Gasaustritt in Lustenau: Der Tag danach

Vorarlberg / 18.10.2022 • 11:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gasaustritt in Lustenau: Der Tag danach
Sean Cecere und seine Kollegen sind noch mit den letzten Sicherungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

Die Anrainer dürfen wieder nach Hause, die Arbeiten an der Baustelle gehen weiter.

Lustenau In den Morgenstunden machten sich die Behörden ein Bild von der Sachlage in der Vorachstraße. Das Fazit: Es kann weitergearbeitet werden und alle Nachbarn dürfen wieder nach Hause.

Das Bodenniveau liegt nun laut den Bauarbeitern mehr als einen Meter höher als zuvor. Das Bohrquipment muss ausgegraben werden.
Das Bodenniveau liegt nun laut den Bauarbeitern mehr als einen Meter höher als zuvor. Das Bohrquipment muss ausgegraben werden.

Dies bestätigt auch die Marktgemeinde Lustenau gegenüber den VN. Der geotechnische Sachverständige des Landes habe bei einem Lokalaugenschein mit VEG, dem Bauträger, der Tiefbauabteilung und der Sicherheitswache Lustenaus die Baustelle freigegeben. Das neue Bohrloch für die Erdwärmesonde darf maximal bis in eine Tiefe von 150 Meter reichen, der Tiefe der nun verschlossenen Bohrung.

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Am Vortag wurden bei den Arbeiten an einer Erdwärmeversorgung ein natürliches Gasreservoir auf etwa 120 Meter Tiefe angestochen. Beim Ziehen der Bohrrohre trat dieses aus der Gasblase aus. Eine Fontäne aus Wasser, Dreck und mehrere Gase in stark schwankenden Konzentrationen hob sich meterweit über die Hausdächer. Über Nacht mussten drei Gebäude evakuiert bleiben, die sechs betroffenen Anrainer wurden in einem Hotel untergebracht, während über 100 Einsatzkräfte das Gasleck verschlossen.

Gasaustritt in Lustenau: Der Tag danach
Sean Cecere ist zurück bei der Arbeit. An der Bohrstellen laufen die Aufräumarbeiten, diese Jacke trägt die Spuren vom Vortag.

Auch ein Bohrhelfer wurde vorsorglich im Krankenhaus untersucht. Am Dienstag war Sean Cecere (28) aus Sautens in Tirol wieder auf der Baustelle. An seiner Arbeitsjacke sieht man noch die Spuren vom Montag, neben ihm liegt eine ruinierte schwarze Jacke.

Betonsäcke stapeln sich bei der Bohrstelle. Sie mussten händisch hergeschafft werden.
Betonsäcke stapeln sich bei der Bohrstelle. Sie mussten händisch hergeschafft werden.

Dutzende leere Zementsäcke berichten von den Herausforderungen, denen sich Cecere und seine Kollegen derzeit stellen. Die nun leere Gaskaverne und das Bohrloch haben sie bis weit in die Nacht hinein mit Beton stabilisiert. “Wir haben sieben Paletten à 1,2 Tonnen zum Bohrloch getragen und hier angemischt”, gibt Cecere einen Einblick, wieviel Beton in das Loch gepumpt werden musste.

Er und seine Kollegen sind nun mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. “Wir müssen das ganze Bohrequipment ausgraben. Da kam so viel Sand aus dem Loch, dass das Bodenniveau nun 1,2 Meter höher ist”, erklärt der Bauarbeiter. Vom Dach bis zur Tiefgarage sind seine Kollegen mit Putzarbeiten eingedeckt.

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