Sechs Hofladen-Kassen leergeklaut

Vorarlberg / 18.10.2022 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor Gericht erschienen nur zwei der drei Angeklagten. EC
Vor Gericht erschienen nur zwei der drei Angeklagten. EC

Trio fuhr in einer Nacht durchs Unterland und erbeutete über 1000 Euro.

Feldkirch Sie sind beide zwanzig Jahre alt, arbeitslos und haben hohe Schulden. Dem einen entstanden nach eigener Aussage im Zusammenhang mit dem Entzug seiner Lenkerberechtigung Kosten in der Höhe von 35.000 Euro. Der andere hat bei seinen Eltern 3000 Euro Schulden für Autostrafen. Bislang waren die zwei unbescholten, nun stehen sie wegen einer nächtlichen Diebestour, die von Hard über Höchst und Lustenau bis nach Dornbirn führte, vor Richterin Sabrina Tagwercher.

Gelder gestohlen

Die drei fuhren mit ihrem Auto von Hof zu Hof und hatten es auf die Kassen der zugehörigen Hofläden abgesehen. Sie suchten keine Automaten heim, wo die Ware erst nach Geldeinwurf ausgegeben wird, sondern die einfachere Variante des Abhofverkaufs. Wo also eine Handkasse steht und an die Ehrlichkeit der Kunden appelliert wird, das entsprechende Geld für Eier, Milch, Joghurt, Landjäger oder ähnliches einzuwerfen. Bei solchen Handkassen hebelten die Männer den Einwurfschlitz auf oder nahmen überhaupt die ganze Kasse mit.

In Lustenau wurden die Diebe von einer Videokamera aufgenommen. Auch dort war der Schlitz der Kasse manipuliert worden. Das ist allerdings der einzige Punkt, bei dem sich die Angeklagten nicht geständig zeigen. Erschienen sind überhaupt nur zwei der drei Angeklagten beim Prozess. In Lustenau, so die zwei Angeklagten vor Gericht, habe man nichts zu stehlen versucht, sondern ein paar Würste gekauft. „Warum ausgerechnet dort? Sind dort die Würste so gut oder was?“, hakt die Richterin nach. „Keine Ahnung, aber dort haben wir nichts gestohlen, sondern nur was eingekauft“, bleiben die beiden dabei.

Die Ganoven waren schnell gefasst. Erstens trugen sie höchst auffällige Sweat-Shirts, zum anderen sind ihre Tätowierungen recht einzigartig. Zwei der drei sind zwar unbescholten, aber „amtsbekannt“. Anhand von Fahndungsblättern wurden die Videoaufzeichnungen mit den Verdächtigen abgeglichen und schon waren sie gefasst. Vor der Polizei sagten sie erst einmal gar nichts. Vor Gericht zeigten sie sich weitgehend geständig. Als Strafe gibt es für beide je 720 Euro unbedingt plus 720 Euro auf Bewährung. Den Schaden bei den Läden, immerhin insgesamt über 1000 Euro, müssen sie ebenfalls gutmachen. Das Urteil ist nicht rechtkräftig. EC

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