In dieser Lustenauer Nebenstraße werden Autos zum Problem

Vorarlberg / 19.10.2022 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Anrainerinnen Sandra Pozzera und Jasmine König kritisieren den zu schnell fahrenden Durchzugsverkehr im Winkel.
Die Anrainerinnen Sandra Pozzera und Jasmine König kritisieren den zu schnell fahrenden Durchzugsverkehr im Winkel.

Durchzugsverkehr nahe Mittelschule erzürnt Anwohner.

Lustenau Der Winkel, wie der Name verrät, ist in Lustenau eine kleine, schmale Seitenstraße gleich neben der Mittelschule Kirchdorf. Hier befinden sich Einfamilienhäuser, und seit dem Umbau der Mittelschule grenzt der Winkel auch an die Begegnungszone vor der Schule.

“Gefährliche Situationen”

„In letzter Zeit hat der Verkehr hier im Winkel stark zugenommen. Problematisch finden wir Anrainer Tempo 40 in dieser schmalen Straße“, sagt Anrainerin Sandra Pozzera. Durch gehäuft gefährliche Situationen mit zu schnell fahrenden Autos und Kindern fordern die Anrainer deshalb die Umwidmung der Straße in eine Wohnstraße. „Autos müssen dann im Schritttempo durchfahren und können schneller auf mögliche Gefahren reagieren.“

Viel los im Winkel.
Viel los im Winkel.

Die Baustelle in der Staldenstraße verschärft das Problem, wie sie betont. „Viele wählen den Winkel als Abkürzung. Doch auch schon vor der Baustelle wurde der Winkel immer mehr zur Durchzugsstraße. Das sind mittlerweile zu viele Autos, die hier durchfahren“, klärt Pozzera auf.

In der Früh, am Mittag oder auch nach der Nachmittagsschule sind ein Großteil der Mittelschüler zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, es kommen Eltern und holen ihre Kinder ab, und auch Kindergartenkinder sind unterwegs. „Das ist alles gut so. Problematisch ist die Geschwindigkeit, mit der die Autos durchfahren. Hier ist Schritttempo mehr als angebracht“, sagt sie. Mit dem Fahrrad vom Rheincenter kommend fühlt man sich auf dem Fahrradweg sicher. Doch sobald man den Zebrastreifen im Winkel überquert, wird’s gefährlich, weiß auch Anrainerin Jasmine König. „Gerade der Abschnitt beim Zebrastreifen ist ein sehr unübersichtliches Eck, wenn alle gleichzeitig unterwegs sind“, so König.

Zu- und Abfahrt weiterhin erlauben

„Der Großteil von uns Anrainern hier im Winkel sieht das gleich. Wir müssen den motorisierten Verkehr entschleunigen“, sagt die junge Mutter Sandra Pozzera. 13 Kinder wohnen in dieser familiären Privatstraße. „Wir fordern eine Wohnstraße. Die Zu- und Abfahrt soll weiterhin gestattet sein, lediglich die Geschwindigkeit muss herabgesetzt werden. Wir brauchen für die Kinder hier mehr Sicherheit“, sagt sie besorgt.

Nun wollen die Anrainer ihre Forderung mittels einer Unterschriftenliste bei der Gemeinde deponieren. „Wir möchten hier im Kleinen etwas bewirken. Damit man sich als Radfahrer und Fußgänger nicht fürchten muss.“

Funktion der Straße

Auf Nachfrage erklärte der Obmann des Mobilitätsausschusses, Mathias Blaser (ÖVP), es müsse zuerst geklärt werden, welche Funktion diese Straße hat. „Das Problem mit dem Durchzugsverkehr wird sich mit Ende der Baustelle in der
benachbarten Staldenstraße bessern“, sagt er. Er stimmt den Anrainern zu, dass oftmals die Geschwindigkeit zu hoch ist. „Wir haben Tempo 30 in der Gemeinde mehrheitlich im Mobilitätsausschuss besprochen. Spätestens im Laufe des nächsten Jahres wird zumindest auf allen Nebenstraßen nur mehr Tempo 30 erlaubt sein“, so der Obmann. Dies soll eine Gefahrenreduzierung im Straßenverkehr mit sich bringen. Den Anrainern geht dies zu langsam. „Wir müssen jetzt handeln und den Winkel für alle entschärfen“, fordert Sandra Pozzera. BVS

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