Kassian Lauterer im Alter von 88 Jahren gestorben

Vorarlberg / 21.10.2022 • 12:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kassian Lauterer im Alter von 88 Jahren gestorben

Emeritierter Abt sei nach “kurzer Krankheit und gestärkt mit den heiligen Sakramenten” im Landeskrankenhaus Bregenz verstorben.

Bregenz Der emeritierte Abt des Bregenzer Zisterzienser-Klosters Wettingen-Mehrerau, Kassian Lauterer, ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben. Lauterer sei “nach kurzer Krankheit und gestärkt mit den heiligen Sakramenten” im Landeskrankenhaus Bregenz verstorben, meldete Kathpress unter Berufung auf den Mehrerauer Abt Vinzenz Wohlwend. Die Beisetzung findet am 26. Oktober in der Klosterkirche der Abtei statt. Lauterer stand der Territorialabtei von 1968 bis 2009 vor.

“Verlieren einen wertvollen Mensch”

“Mit dem Heimgang unseres Altabts verliert das Kloster einen wertvollen Menschen, der für unsere Gemeinschaft über 70 Jahre als Mitbruder und davon 41 Jahre als Abt prägend war”, so Wohlwend, der den Begräbnisfeierlichkeiten vorstehen wird. Lauterer wurde am 29. Jänner 1934 in Bregenz als Otto Lauterer, Sohn eines Postangestellten, geboren und war bereits als Jugendlicher, als einer der ersten Schüler nach der Wiedereröffnung des “Collegium Bernardi” 1945, mit der Mehrerau eng verbunden. Er trat nach der 6. Gymnasialklasse dem Orden bei. Nach Studien der Philosophie und Theologie in Fribourg wurde er 1957 zum Priester geweiht und wirkte als Lehrer und Präfekt am Mehrerauer Internat.

Am 26. Oktober 1968 wurde Lauterer als 35-Jähriger zum Abt des Klosters Wettingen-Mehrerau geweiht, er genoss über Vorarlberg hinaus hohes Ansehen. Als Wahlspruch wählte er “bona voluntate servire” (bereitwillig dienen). Mit der Vollendung des 75. Lebensjahres trat er 2009 ab. “40 Jahre sind genug”, so Lauterer damals. Zu später aufgekommenen Missbrauchsvorwürfen ehemaliger Zöglinge gegen Mehrerauer Patres, die in seine Zeit als Abt fielen, nahm Lauterer, damals schon Alt-Abt, nie öffentlich Stellung.

Der Abt der Mehrerau steht als Abtpräses 21 Zisterzienserklöstern – sieben Männer- und vierzehn Frauenabteien – in Österreich, der Schweiz, Italien, den USA, Tschechien und Slowenien vor und ist Mitglied der Österreichischen Bischofskonferenz. Kirchenrechtlich untersteht die Abtei am Bregenzer Bodenseeufer direkt dem Heiligen Stuhl in Rom. Der Abt hat eine Rechts- und Verwaltungshoheit, die einem Diözesanbischof vergleichbar ist.

Der Ursprung der Abtei Mehrerau geht auf Graf Ulrich X. von Bregenz zurück, der einen päpstlichen Schutzbrief für ein zu gründendes Benediktinerkloster erhielt, das nach dem Vorbild der Hirsauer Reformbewegung in Andelsbuch im Bregenzerwald errichtet wurde. 1090 erfolgte der Ortswechsel an den Bodensee, wo 1097 der Bischof von Konstanz die neue Klosterkirche weihte. Nach Säkularisierung der Benediktinerabtei 1806 durch Bayern wurden die Klostergebäude ein halbes Jahrhundert lang als Fabrik, Kaserne und Druckerei verwendet. Die ehemalige barocke Klosterkirche wurde geschleift und die Steine für den Hafenausbau von Lindau verwendet. Zahlreiche Kunstschätze, Urkunden, Handschriften, Wiegendrucke und Bücher gingen verloren. Erst 1854 kehrte geistliches Leben zurück, als sich mit kaiserlicher Bewilligung der Konvent der 1841 aufgehobenen Schweizer Zisterzienserabtei Wettingen (Kanton Aargau) in der Mehrerau niederließ. Derzeit leben in der Mehrerau laut Kathpress 21 Mönche.

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