Ukrainische Verletzte bei russischen Luftangriffen

Vorarlberg / 21.10.2022 • 23:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Benutzte Raketen der russischen Armee.
Benutzte Raketen der russischen Armee.

Russland greift weiterhin gezielt Kraftwerke und Infrastruktur an.

Kiew, Moskau Erneut wurden am Freitag ukrainische Städte von Russland aus der Luft angegriffen. Den örtlichen Behörden zufolge wurden dabei mindestens zwölf Menschen verletzt. In Saporischschja hätten russische Raketen ein Wohnhaus sowie eine Schule und die Energieinfrastruktur beschädigt. Mindestens drei Menschen seien verletzt worden.

Auch die Behörden in Charkiw berichteten von weiteren russischen Attacken. Dabei seien insgesamt neun Menschen verletzt worden, teilte Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow in seinem Telegram-Kanal mit. Er rief die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen. Angaben aus den Kriegsgebieten lassen sich nur schwer überprüfen.

Knapp acht Monate nach Kriegsbeginn greift Russland weiter gezielt Kraftwerke in der Ukraine an. Die Zerstörung ist groß, landesweit kommt es zu Stromausfällen. Das ukrainische Versorgungsunternehmen Ukrenerho teilte am Freitag mit, die Stromversorgung in vier Bezirken des Landes beschränken zu müssen. Bereits am Donnerstag war das Unternehmen zu Stromabschaltungen gezwungen.

Mehr russische Soldaten in Cherson

Unterdessen verstärken die russischen Besatzungstruppen nach ukrainischen Angaben ihre Präsenz im Raum Cherson. Dort seien 2000 Rekruten eingetroffen, teilte der Generalstab in Kiew mit.

Die Besatzungsverwaltung in Cherson warf der ukrainischen Armee vor, durch jüngsten Beschuss vier Zivilisten getötet und zehn verletzt zu haben. Kiew bestätigte den Beschuss einer Brücke. Wegen einer Ausgangssperre hätten sich dort aber keine Zivilisten befunden, sagte eine ukrainische Militärsprecherin. Auch dies lässt sich nicht unabhängig prüfen.

Das ukrainische Militär hat zudem Russlands Verbündeten Belarus in einem direkten Appell aufgerufen, sich nicht an einem „schmutzigen Krieg“ zu beteiligen. „Wir fordern alle Bürger von Belarus auf, die Befehle Ihrer Führung, in den Krieg gegen die Ukraine einzutreten, nicht zu befolgen“. Die Führung in Minsk wolle das belarussische Volk in einen „schmutzigen Krieg“ hinein ziehen.

„Imperien zerfallen, es bleiben Völker, normale Menschen, die Freunde oder Feinde sein können.“ Dies entscheide nicht ein Politiker, sondern jeder selbst. Falls sich Belarus am Krieg beteilige, „werden wir antworten“, warnte das ukrainische Militär. Russland hatte zuletzt mit der Stationierung Tausender Soldaten und Hunderter gepanzerter Fahrzeuge im Nachbarland Belarus in Kiew neue Ängste geschürt, Kremlchef Wladimir Putin könnte eine zweite Front aufmachen.

Eine russische Kamikaze-Drohne über Kiew.
Eine russische Kamikaze-Drohne über Kiew.
Die Ukraine wirft Russland vor, den Staudamm des Wasserkraftwerks Kachowka zerstören zu wollen.AFP
Die Ukraine wirft Russland vor, den Staudamm des Wasserkraftwerks Kachowka zerstören zu wollen.AFP

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.