An Haft führte kein Weg vorbei

Vorarlberg / 23.10.2022 • 22:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Mann verstößt immer wieder gegen die Gesetze, nun gab es erneut eine Haftstrafe für den 24-Jährigen. ec
Der Mann verstößt immer wieder gegen die Gesetze, nun gab es erneut eine Haftstrafe für den 24-Jährigen. ec

Weil sich der junge Mann nicht eingliedern kann, muss er erneut hinter Gitter.

Feldkirch Wenn er so vor einem sitzt und auf die Fragen von Richterin Sabrina Tagwercher antwortet, kann man sich nicht vorstellen, dass der junge Mann im täglichen Leben derartige Schwierigkeiten hat. Dabei kümmern sich Sozialstellen um ihn, er hatte einen Platz in einer betreuten Wohngemeinschaft, doch nichts funktionierte.

In der WG gab es ständig Stress mit den Mitbewohnern, der 24-jährige Unterländer konnte sich einfach nicht in die Gemeinschaft aus anderen problembeladenen Mitbewohnern eingliedern. Jetzt hat er schon wieder etwas angestellt und nun kann die Richterin nicht anders, als ihn wieder ins Gefängnis zu stecken.

Der junge Mann hat außer seiner psychischen Erkrankung außerdem ein Suchtproblem. Das war auch der Grund, dass er im August dieses Jahres bei seinem Nachbarn durchs Küchenfester eingestiegen ist. Er sah, dass der Harder eine Bauchtasche mit Geld am Küchentisch liegen hatte. Da konnte der Unterländer nicht widerstehen und stahl die 75 Euro.

Suchtproblem

„Ich brauchte das Geld, um meine Sucht zu finanzieren“, räumt er den Einbruchsdiebstahl ein. Der zweite Vorfall hängt auch mit der stets angespannten finanziellen Situation des Mannes zusammen. Er rief seine Mutter an, um sich wieder einmal Geld zu borgen. Am Apparat war aber seine Schwester, die sich ärgerte, dass er schon wieder um Geld bettelte.

„Aus Rache habe ich dann die Geschichte mit der Drohung erfunden“. Er behauptete nämlich vor der Polizei, seine Schwester hätte ihn mit Abstechen und ähnlichem bedroht. Das stellt eine Verleumdung dar. Auch die Geschichte mit dem „großen Unbekannten“, der ihn angeblich bedrohte, war frei erfunden und wieder ließ er die Polizei ins Blaue hinein ermitteln.

Bei falschen Beweisaussagen und Verleumdungen ist die Justiz nicht zimperlich. „Wir sind einfach auf korrekte Aussagen angewiesen“, macht ihm die Richterin klar. Der junge Mann sieht alles ein und nickt betroffen. Er hat bereits vier Vorstrafen, war schon drei Mal in Haft, doch er lernt offenbar nichts dazu.

Neuer Anlauf

Er ist bereit, sich künftig Depotmedikationen verabreichen zu lassen, mit dem Bewährungshelfer zusammenzuarbeiten und sich erneut Mühe zu geben. Doch zunächst muss er in Haft, so ungern die Richterin diese verhängt. Ein offener Widerruf beträgt sechs Monate, für die drei neuen Straftaten, die außerdem durch einen äußerst raschen Rückfall qualifiziert sind, gibt es nochmals 20 Monate.

Somit muss der Arbeitslose nun insgesamt 26 Monate absitzen. Doch eine andere Lösung ist nicht möglich. Der Unterländer hat einfach schon zu oft seine Chance verspielt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC

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