„Es war reines Bauchgefühl“

Vorarlberg / 23.10.2022 • 16:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hier soll der neue Nahversorger entstehen. VN/JUN
Hier soll der neue Nahversorger entstehen. VN/JUN

Es steht fest: Weitere Planung für den Nahversorger in St. Anton wird mit Sutterlüty verfolgt.

St. Anton Die Ortskernentwicklung in St. Anton im Montafon geht voran. Vor Kurzem hat die Gemeindevertretung den Grundsatzbeschluss zum geplanten Nahversorger neben dem Feuerwehrhaus gefasst. Den weiteren Planungsweg wolle man mit Sutterlüty gehen.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, doch letztlich entschied Sutterlüty das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Spar für sich. Im Endeffekt könne man mit beiden Unternehmen gut weitergehen, sagte Bürgermeister Helmut Pechhacker, doch man habe sich jetzt für eines entscheiden müssen, da beide das Geld für den anstehenden Architekturwettbewerb nur in die Hand nehmen wollen, wenn sie eine klare Zusage von der Gemeinde haben, auch wirklich dort bauen zu dürfen. „Es war reines Bauchgefühl“, sagte Helmut Pechhacker zu den Gemeindevertretern. Erst einen Tag vorher ackerte der Bauausschuss eine Pro-Kontra-Liste für beide Nahversorger durch. Leicht die Nase vorn hatte Sutterlüty beim Bankomaten, der 24/7 offen haben soll, und weil sich Sutterlüty besser an die Bedürfnisse der Gemeinde bezüglich Quartiersentwicklung angepasst hat. Jörg Bitschnau war ebenfalls im Bauausschuss dabei und bestätigte, dass es keinen großen Unterschied zwischen den beiden Nahversorgern gegeben hätte.

Keine Konkurrenz machen

Der Baurechtzins pro Quadratmeter ist bei Spar zwar etwas günstiger, aber am Ende würde Sutterlüty mehr Quadratmeter in Anspruch nehmen und daher die Differenz wieder ausgleichen. Beide Nahversorger würden sich am Architekturwettbewerb und am Bau der Linksabbiegerspur finanziell beteiligen. Auch eine Tiefgarage wollen beide bauen. Der Parkplatz soll außerhalb der Öffnungszeiten für die Gemeinde nutzbar sein, beispielsweise bei Veranstaltungen.

Sutterlüty würde auch sonntags öffnen, in Tourismusregionen sei das erlaubt, doch ob dieser Punkt positiv oder negativ bewertet werden soll, bleibt offen. Bei der Gastronomie sind beide Unternehmen unterschiedlich. Während Spar demnach ein kleines Bistro in den Laden eingliedern wolle, verzichtet Sutterlüty auf ein Gastronomieangebot, um den ortsansässigen Gastronomiebetrieben keine Konkurrenz zu machen. Bei der Regionalität der Produkte ergattern beide einen Pluspunkt.

Eine Überbauung in Form von Wohnungen wurde der Gemeinde aufgrund der Lage an der Hauptstraße abgeraten. Jedoch könne man sich durchaus eine gewerbliche Nutzung wie Praxen und Büros über dem Nahversorger vorstellen. Der Architekturwettbewerb für den Ortskern von St. Anton kostet 100.000 Euro, ein Drittel soll der Nahversorger, in dem Fall Sutterlüty, ein Drittel die Vogewosi und ein Drittel die Gemeinde zahlen. Ziel ist, nächstes Jahr im Februar den Architekturwettbewerb auszuschreiben – ein sehr ambitioniertes Ziel, gesteht Helmut Pechhacker. Im Frühjahr 2024 sollen dann die Bagger anrollen. VN-JUN

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