Ran an die Hecke! So blüht der Garten im Frühling so richtig auf

Vorarlberg / 23.10.2022 • 18:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Milanka hat die Gartenschere ausgepackt und bereitet die Pflanzen auf die kalte Jahreszeit vor. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Milanka hat die Gartenschere ausgepackt und bereitet die Pflanzen auf die kalte Jahreszeit vor. VN/Steurer

Gärtnermeister Reinhard Brunner weiß, wie man nun im Herbst den Garten winterfit macht.

Höchst Endspurt im Garten! Während sich die Blätter bunt färben und die Temperaturen sinken, ist es für Hobbygärtner an der Zeit, den Garten in Schuss zu bringen.

Damit dieser die Kälte unbeschadet übersteht und im Frühling wieder so richtig aufblüht, gilt es einige Vorkehrungen zu treffen. „Noch herrschen milde Temperaturen, daher haben wir noch nicht allzu viel zu befürchten“, erklärt Profigärtner Reinhard Brunner (55) von Blumen und Garten Brunner in Höchst. Wichtig sei es aber, die Arbeiten zu erledigen, bevor der Frost einsetzt. Dazu gehört neben dem richtigen Rasen- und Pflanzenschnitt, auch das Einlagern von Kübelpflanzen und das Einsetzen von Blumenzwiebeln.

Reinhard Brunner weiß, worauf es jetzt im Garten ankommt.
Reinhard Brunner weiß, worauf es jetzt im Garten ankommt.

Der Gartenprofi mahnt aber auch zur Vorsicht. „Auf stickstoffbetonte Düngung sollte im Herbst verzichtet werden. Wenn man die Pflanzen und den Rasen mit Nährstoffen versorgen möchte, dann sollte man zu einer organischen Düngung oder Kompost greifen.“ Außerdem sollten zu starke Rückschnitte von Pflanzen im Herbst vermieden werden. So steht einem bunten Frühling nichts mehr im Wege.

Die richtige Rasenpflege

Die Rasenpflege im Herbst ist unverzichtbar, um die Gräser vor dem langen Winter zu schützen. “Bei Zierrasen ist es wichtig, dass man das Laub von der Rasenfläche entfernt”, sagt Reinhard Brunner. Die Blätter können zu einem Haufen zusammengerecht werden. Dieser bietet Insekten und Igeln einen optimalen Unterschlupf für den Winter. Um den Rasen auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten, eignet sich die Verwendung eines organischen Düngers. Der Rasenmäher kommt zum letzten Mal zum Einsatz bevor der Frost einsetzt. Wichtig ist es, den Rasen nicht zu tief zu schneiden. “Eine Höhe von drei bis vier Zentimetern ist ideal.”

Hecken und Sträucher

Vor dem Wintereinbruch empfiehlt es sich, die Gehölze im Garten in Form zu bringen. “Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt für den Heckenschnitt”, erklärt Reinhard Brunner. Ideal ist es, die Hecke vor dem Winter in einer nach oben verjüngenden Form zu schneiden, damit das Licht besser zur Hecke kommt und Schneebruch vermieden werden kann. Auch Blütensträucher können im Herbst geschnitten werden. “Hier gilt es zu beachten, dass Frühlingsblüher wie Magnolien, Forsythien, Mandelröschen, Flieder oder Zierkirschen nicht im Herbst, sondern erst nach der Blüte im Frühling geschnitten werden sollten.”

Kübelpflanzen überwintern

Bei Kübelpflanzen lautet die Devise: Je länger sie im Freien stehen, umso besser ist es für die Pflanze. “Wenn die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt sinken, ist es an der Zeit, mediterrane Pflanzen wie Zitronenbäume, Palmen oder Oleander in ein Winterquartier zu bringen”, erklärt Brunner. Sommerblumen wie Geranien oder Fuchsien sollten schon jetzt eingelagert werden. Heimische Pflanzen können getrost im Freien überwintert werden. “Es empfiehlt sich, die Kübelpflanzen an einen geschützten Standort zu stellen.” Das ideale Winterquartier für Kübelpflanzen ist kühl und hell. Brunner rät zudem, die Pflanzen auf Schädlinge zu überprüfen, bevor man sie einlagert.

Nur leichte Rückschnitte

Bei den herbstlichen Rückschnitten sollte einiges beachtet werden. „Zu starke Rückschnitte vor dem Winter sollten vermieden werden“, unterstreicht Reinhard Brunner. Das betrifft unter anderem den Lavendel- oder Rosenschnitt, denn hier erfolgt der eigentliche Rückschnitt erst im Frühjahr. „Im Herbst werden die Rosen lediglich leicht zurückgeschnitten.“

Gräser zusammenbinden

Reinhard Brunner rät, die Gräser im Garten vor dem Wintereinbruch zusammenzubinden. “Das bietet nicht nur optische Vorteile. Sie sind so auch besser gegen den Schnee geschützt. Zudem dringt von oben weniger Feuchtigkeit ein.” Im Frühling geht es den Gräsern dann sprichwörtlich an den Kragen. “Der Rückschnitt erfolgt in der Regel im März”, erläutert der Profigärtner. Der Herbst eignet sich außerdem dazu, Stauden zu teilen und zu vermehren. “Blütenstauden wie Margeriten, Rittersporn oder Gräser könnten jetzt geteilt und wieder neu gesetzt werden. So bleibt die Blühfreudigkeit der Pflanze erhalten.”

Blumenzwiebeln setzen

Schon jetzt gilt es, an die nächste Gartensaison zu denken. Damit der Garten im Frühling gleich so richtig aufblüht, ist es jetzt der richtige Zeitpunkt, Zwiebelpflanzen wie Tulpen, Narzissen, Zierlauch oder Krokusse zu setzen. Die Faustregel besagt: “Die Blumenzwiebeln werden doppelt so tief eingesetzt, wie die Zwiebel groß ist.” So blüht der Garten im kommenden Frühjahr garantiert auf.

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