Russland beharrt auf Atomvorwürfe

Vorarlberg / 24.10.2022 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Soldat betrachtet einen zerstörten Panzer in der Region Charkiw.
Ein Soldat betrachtet einen zerstörten Panzer in der Region Charkiw.

Moskau bleibt trotz Dementi bei seiner Behauptung, dass die Ukraine eine „schmutzige Bombe“ einsetzen wolle.

moskau, kiew Trotz westlichen Zurückweisungen hält Russland an der Behauptung fest, Kiew wolle Moskau mit einer „schmutzigen“ – also atomar verseuchten – Bombe diskreditieren. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Montag in Bezug auf Zweifel der USA, Großbritanniens und Frankreichs hinsichtlich der Anschuldigungen: „Ihr Misstrauen gegenüber der Information, die ihnen von russischer Seite gegeben wurde, bedeutet nicht, dass die Gefahr des Einsatzes einer ‚schmutzigen Bombe‘ aufhört zu bestehen.“ Moskau hatte die Vorwürfe am Sonntag publik gemacht, die Ukraine wies diese zurück.

„Konkrete Informationen“

Außenminister Sergej Lawrow erklärte, es gebe „konkrete Informationen zu den Instituten in der Ukraine, die über entsprechende Technologien verfügen, solch eine ‚schmutzige Bombe‘ zu bauen“. Die westliche Reaktion sei angesichts der bedingungslosen Unterstützung für Kiew erwartbar gewesen, sagte Lawrow. Bei den Vereinten Nationen hoffe er allerdings auf eine „professionelle Erörterung“ des Themas. Russische Staatsmedien hatten zuvor behauptet, Kiew sei mit der Entwicklung einer radioaktiv verseuchten Bombe fast fertig. Es wolle diese auf eigenem Gebiet einsetzen, um eine Schmutzkampagne gegen Russland zu fahren.

Gemeinsame Erklärung

Die westlichen Atommächte Frankreich, Großbritannien und die USA wiesen das zurück. Die Behauptung über eine sogenannte „schmutzige Bombe“ sei eindeutig falsch, hieß es in einem gemeinsamen Statement der Außenminister der Länder. „Die Welt würde jeden Versuch durchschauen, diese Behauptung als Vorwand für Eskalation zu nutzen.“ Als „schmutzige Bombe“ werden konventionelle Sprengsätze bezeichnet, die auch radioaktives Material verstreuen. Die Ukraine hat nach dem Zerfall der Sowjetunion ihre Atomwaffen abgegeben. Vor einer erwarteten Großoffensive der Ukrainer im südlichen Gebiet Cherson hat es entlang der Front unterdessen nur vereinzelt Gefechte gegeben. Das ging aus den Lageberichten der russischen und ukrainischen Streitkräfte hervor. Moskau berichtete von der Abwehr ukrainischer Angriffe im östlichen Raum Kupjansk und Lyman sowie nördlich des besetzten Schwarzmeerhafens Cherson. Kiew wiederum vermeldete, russische Attacken auf die Städte Bachmut und Soledar zurückgeschlagen zu haben.

Nach einem russischen Raketenangriff in der Stadt Mykolajiw steht eine Frau in einem Trümmerfeld. AFP
Nach einem russischen Raketenangriff in der Stadt Mykolajiw steht eine Frau in einem Trümmerfeld. AFP

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.