Vierstelliger Bonus für alle Pflege-Bediensteten fix

Vorarlberg / 25.10.2022 • 18:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Dezember wird der Pflegebonus überwiesen. AFP
Im Dezember wird der Pflegebonus überwiesen. AFP

SCHWARZACH Das Weihnachtsgeld ist ein jährlicher Segen. Für Beschäftigte im Pflegebereich gibt es heuer einen weiteren Bonus dazu, bestätigt Vorarlbergs Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne). „Wir werden ihn mit dem Dezembergehalt auszahlen.“ Dabei handle es sich um „2000 Euro brutto-brutto“. Abzüglich des Dienstgeberbeitrags blieben bis zu 1500 Euro brutto, die je nach Gehaltsklasse der Beschäftigten noch entsprechend versteuert werden müssen.

Alle im Pflegebereich Tätigen erhalten gleich viel, egal ob Heimhilfe oder diplomierte Pflegekraft. Der Bund stellt den Ländern dafür in den Jahren 2022 und 2023 insgesamt 570 Millionen Euro zur Verfügung. „Die Verteilung erfolgt auf Grundlage des Bevölkerungsschlüssels des jeweiligen Bundeslandes“, erklärt eine Sprecherin des Sozialressorts. Zusätzlich wird auch die Beschäftigtenanzahl berücksichtigt. Eine Aliquotierung für Teilzeitangestellte ist vorgesehen. Stichtag für die Auszahlung ist der 1. Dezember 2022. Wer an diesem Tag angestellt ist, erhält den Bonus. In Vorarlberg werden das 5274 Personen sein, erläutert Wiesflecker. Diese teilen sich auf 4092 Vollzeitstellen auf, die meisten davon in den Krankenhäusern (1942), gefolgt von Beschäftigten in teilstationären und stationären Einrichtungen der Langzeitpflege (1325) – dazu zählen auch Pflegeassistenten, Heimhilfen und Sozialbetreuungsberufe –, Personen im Bereich der Behindertenbetreuung (500) sowie der mobilen Betreuung und Pflege (325).

„Keine Verzögerung“

In den vergangenen Tagen war im Hintergrund mehrfach zu hören, dass sich die Auszahlung verzögern könnte. Sowohl Ministerium als auch Landesrätin stellten das in Abrede. Die Auszahlung finde sicher im Dezember statt, betont Wiesflecker. Das dafür notwendige Bundesgesetz ist längst beschlossen. Laut Sozialministerium können die Länder den Bonus schon überweisen. Voraussetzung ist lediglich eine „entgeltgestaltende Vorschrift“. Der Nachweis, wonach das Geld widmungsgemäß verwendet wurde, reicht später.

In Vorarlberg muss der Pflegebonus auf drei Dienst- und Entgeltsysteme abgestimmt sein, also auf die Krankenhäuser (Länderdienstrecht), die privaten Träger (Kollektivverträge) und die Gemeinden (Gemeindedienstrecht). Im November soll die entsprechende Vorschrift vorliegen.

Monatliche Auszahlung 2023

Für 2022 werde der Bonus als Einmalzahlung überwiesen, ab Jänner 2023 durch 14 dividiert und monatlich bezahlt. Darauf hätten sich die Sozial- und Gesundheitsreferenten bei einer Videokonferenz am Dienstag verständigt. Sollte dieses Jahr Geld aus dem Bundesvolumen übrigbleiben – wovon die Landesrätin in Vorarlberg ausgeht – würde dies 2023 zusätzlich verteilt. Wie genau, sei erst zu klären. 

„Der Bonus ist ein erster Schritt. In den nächsten Jahren ist aber wichtig, sich zwischen Bund und Länder über die Weiterfinanzierung auszutauschen“, sagt die Soziallandesrätin. Bislang ist der Bonus nur für dieses und kommendes Jahr gesichert. Wie es 2024 weitergeht, ist unklar. Generell müsse die Pflegefinanzierung verbessert werden. Das sei bei den Verhandlungen zum Finanzausgleich ab kommendem Jahr unbedingt zu berücksichtigen, betont Wiesflecker. VN-ebi

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