Musikalische Kulinarik in sechs Gängen

Vorarlberg / 27.10.2022 • 15:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Spitzenköche der anderen Art: Markus Linder und Hubert Trenkwalder.hapf
Spitzenköche der anderen Art: Markus Linder und Hubert Trenkwalder.hapf

Arbeiterkammer brachte Musik-Comedy mit Markus Linder und Hubert Trenkwalder in den Hofsteigsaal.

Lauterach Sie kamen, sangen und siegten, der Markus Linder und der Hubert Trenkwalder, und sie bezwangen dabei den inneren Schweinehund, der – wie wir dank Linder nun wissen – auf chinesisch „Wau Wau Sau“ heißt. „Tasta Schutta“ nennt sich ihr Programm, mit dem die beiden ihre Fans durch die internationale Küche führen.

Angriff auf das Zwerchfell

Der von der Arbeiterkammer gesponserte eintrittsfreie Abend war einmal mehr ein strategisch geschickt geführter Angriff auf das Zwerchfell. Da kochte zum Hit „Wahnsinn“ von Wolfgang Petri Markus Linder ein Risotto und forderte die Mannsbilder im Saal auf, anstatt „Hölle Hölle“, „rühren rühren“ zu singen. Die Damen im Publikum durften stimmlich den „Otto Otto“ vom Risotto drüberstreuen. Das Publikum erfuhr von Trenkwalder, dass er sich nur gesund ernährt, weil ja das Dosenfutter, das er immer einkauft, ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 2028 und länger hat. Und wenn’s so lange hält, dann kann ja nur gesundes Zeugs drinnen sein.

Weiters zog er mit Vorbehalten gegenüber Nachbarn und Nachhaltigkeit ins Feld. Und welche Gangarten am Buffet von Erfolg gekrönt sind, das führte Linder dann in kaum gekünstelter schlaksiger Art vor.

Galadinner mit Unverträglichkeiten

Zu erleben war eine Essenseinladung im Hause Linder mit all ihren Unwägbarkeiten wie Laktoseintoleranz und sonstige Unverträglichkeiten der Gäste, einschließlich ihrer Mitbringsel wie Kinder und Hunde. Das Galadinner peppten Linder und Trenkwalder mit einer Opernarie auf, die nicht von ungefähr an Luciano Pavarotti und Plácido Domingo erinnerte. Mit Jambalaya ging es kulinarisch und musikalisch ins Mississippi-Delta und mit Szenenapplaus wurde eine Satchmo-Interpretation von „What A Wonderful World“ von Trenkwalder bedacht, bei der sich selbst Linder kaum das Lachen verkneifen konnte. Der Linder-Hit „An ghöriga Riebl“ wurde von Trenkwalder in tirolerischem Vorarlbergisch vorgetragen, was Linder zur Freude des Publikums mit dem Schneiden herzerfrischender Grimassen quittierte.

Abend mit karitativem Touch

Ein genialer Abend, der von Blues, Rock’n’Roll, Schlager, Reggae bis hin zur Volksmusik und zur Oper musikalisch-kabarettistisch durch alle Küchen dieser Welt führte. Ein Abend, an dem zur Freude des Publikums manch Klischee bedient und (fast) alles auf die Schippe genommen wurde. Zwei vergnügliche Stunden lang sorgten Linder und Trenkwalder mit ihrer „Tasta Schutta“ für Lachsalven und erhielten immer wieder Szenenapplaus. Die drei Zugaben waren obligatorisch. Linder: „Wenn im Publikum nur einer das Wort Zugabe denkt, sind wir schon auf der Bühne.“

Der Abend hatte zudem einen karitativen Zweck. AK-Präsident Hubert Hämmerle bat um Spenden für den Verein Sonnenblume zur Unterstützung chronisch kranker Kinder in Vorarlberg.

Das Duo Linder & Trenkwalder ist mit „Tasta Schutta“ im Rahmen der AK-Tournee noch zu erleben am 31. Oktober im Ramschwagsaal in Nenzing, am 16. November in Ambach in Götzis und am 21. November im Vinomnasaal in Rankweil. Reservierungen unter www.ak-voraerlberg.at. HAPF

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