Zwei Vierbeiner als Lernhelfer

Vorarlberg / 27.10.2022 • 20:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch in Mathe ist Balou ein aufmerksamer Lernhelfer.
Auch in Mathe ist Balou ein aufmerksamer Lernhelfer.

Balou und Lenny steigern in der Volksschule Edlach in Dornbirn die Lernmotivation und sorgen für Stressabbau.

Dornbirn Schauplatz Volksschule Edlach in Dornbirn: „Hallo Balou“, begrüßt Erstklässlerin Lena ihren neuen vierbeinigen Hilfslehrer. Der Australian Sheperd mit dem braun-weißen Fell und den braunen Augen erwidert die Begrüßung mit einem sanften Stups gegen den Oberschenkel.

Treuer Begleiter

„Balou ist zweimal pro Woche im Unterricht mit dabei“, erzählt Lehrerin Bettina Hagen-Nußbaumer. Es soll ja für den Vierbeiner nicht zu anstrengend werden. Sie hat ihren treuen Begleiter zum Therapie-Begleithund ausgebildet und selbst eine Ausbildung für hundegestützte Pädagogik an der Volkshochschule absolviert.

„Schulhunde reduzieren bei vielen Kindern Stress. Wenn sie über das Fell streicheln, schenkt ihnen das Wärme und bringt sie zum Lächeln“, berichtet Hagen-Nußbaumer aus Erfahrung. „Hunde sind auch unvoreingenommen und wertfrei. Allein schon die Anwesenheit scheint den Kindern ein gewisses Maß an Sicherheit zu geben“, fügt die Lehrerin noch hinzu. Für die Erstklässler steht momentan Silbenlesen auf dem Programm. „Li – Mi“, liest Burak ein Kärtchen nach dem anderem auf dem Weg rund um eine Tischgruppe vor. Am Ende des Lesespaziergangs wartet Balou schon. Er folgt geduldig den Kommandos der Kinder, gibt Burak und seinen Mitschülern Pfote oder macht Platz und bekommt dafür ein Leckerli.

Als nächstes steht Silbenlesen inklusive Kunststück auf dem Programm. Erstklässlerin Elina ist die erste die sich den Reifen mit Flammenoptik schnappt. Das Mädchen liest die erste Silbe. Dann folgt ein „Hopp, Balou!“ Mit einer geschmeidigen Bewegung springt der Vierbeiner durch den Reifen und Elina liest die zweite Silbe. „Gut gemacht“, lobt die Lehrerin die beiden.

Entspannte Atmosphäre

Bei der hundegestützten Pädagogik geht es unter anderem darum, die Sozialkompetenz der Kinder zu fördern, Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und die Sprache und Motorik zu verbessern. Dabei muss der Schulhund natürlich auch charakterlich für die Aufgabe geeignet sein. So wie Balou und sein Kollege Lenny. Nicht nur bei den Erstklässlern, sondern auch in einer der dritten Klassen an der Volksschule Edlach geht es nämlich tierisch zu. In der 3a liegt Lenny auf einer Platzdecke und beobachtet Diane, Pia und Nkiru beim Rechnen. Der Labrador Retriever mit dem schwarzen Fell hat ebenso schon verschiedene Kurse gemeistert, steht kurz vor Abschluss seiner Schulhunde-Ausbildung und ist treuer Begleiter von Lehrerin Sarah Hämmerle.

„Lenny strahlt so eine Ruhe aus, wenn er da ist“, sagt die Pädagogin, die genauso wie ihre Kollegin Hagen-Nussbaumer viel Zeit und Herzblut in die Aus- und Weiterbildung steckt. „Die Lernatmosphäre ist mit einem Schulhund deutlich entspannter und das Lernen macht einfach mehr Spaß“, weiß auch sie.

Damit Hunde im Unterricht eingesetzt werden dürfen, ist natürlich auch das Einverständnis der Eltern eine Voraussetzung. Bislang habe es ausschließlich positive Rückmeldungen gegeben.

Unterdessen hat Diane die nächste Mathe-Aufgabe gelöst. Als Belohnung gibt es dafür nicht nur ein Lächeln von der Lehrerin, sondern auch ein Leckerli für Lenny. VN-MEF

„Allein schon die Anwesenheit scheint den Kindern ein gewisses Maß an Sicherheit zu geben.“

Lenny ist die Ruhe selbst und sorgt für eine entspannte Lernatmosphäre.
Lenny ist die Ruhe selbst und sorgt für eine entspannte Lernatmosphäre.
Die Kinder lesen Balou gerne vor. Auch Briefe hat er schon bekommen. Nußbaumer
Die Kinder lesen Balou gerne vor. Auch Briefe hat er schon bekommen. Nußbaumer

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.