Der besondere Abend vor Allerheiligen

Vorarlberg / 30.10.2022 • 16:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alina, Samantha, Rosa, Matteo und Angelina haben auf dem Egger Markt ihre Halloween-Kürbisse geschnitzt.
Alina, Samantha, Rosa, Matteo und Angelina haben auf dem Egger Markt ihre Halloween-Kürbisse geschnitzt.

Heute wird auch bei uns Halloween gefeiert, die Herkunft ist umstritten.

Schwarzach Buchstäblich „im Vorübergehen“ kann man sich derzeit mit Kürbissen in großer Vielfalt eindecken, denn Ackerbauern und Hobbygärtner nützen die Zeit vor Halloween ihre „Beeren“ – botanisch zählen Kürbisse zur Gattung der Beeren, auch wenn manche Exemplare viele Kilo wiegen – anzubieten.

Nicht nur zum Schnitzen schauriger Kürbisgesichter, auch Speise- oder Zierkürbisse warten auf Kunden, rechtzeitig vor dem Volksbrauch in der Nacht vor Allerheiligen: „All Hallows‘ Eve“, der Abend vor Allerheiligen.

Entgegen der verbreiteten Annahme, dieser Brauch stamme aus Amerika, ist Halloween in Irland entstanden. Genauer im katholisch gebliebenen Irland. Irische Einwanderer in den USA pflegten ihre Bräuche in Erinnerung an die Heimat und bauten sie aus, leider sind mehr und mehr unangenehme Nebengeräusche entstanden, die ab den 1990er Jahren auch nach Europa überschwappten.

Der Religionsethnologe Sir James Frazer siedelt die Wurzeln von Halloween in seinem Standardwerk The Golden Bough viel früher an und beschreibt Halloween als „altes heidnisches Totenfest mit einer dünnen christlichen Hülle“. Neben dem Frühjahrsfest Beltane zum 1. Mai (Walpurgisnacht) habe es sich bei Halloween um das zweite wichtige Fest der Kelten gehandelt. Nachgewiesen sei es seit dem 8. Jahrhundert. Die Encyclopædia Britannica leitet das Fest aus alten keltischen Bräuchen her. Gefeiert wurde zu Halloween demnach auch das Sommerende, der Einzug des Viehs in die Ställe. In dieser Zeit, so glaubte man, seien auch die Seelen der Toten zu ihren Heimen zurückgekehrt. Begangen wurde das Fest laut der Encyclopædia Britannica mit Freudenfeuern auf Hügeln.

Nicht alle Wissenschafter glauben an diese Thesen. Etwa die österreichische Ethnologin Editha Hörandner. Sie sieht die häufig behaupteten keltischen oder heidnischen Ursprünge als historische Projektion, die geradezu den Charakter eines Gütesiegels habe. Die aktuelle Praxis des Festes Halloween sei keineswegs heidnisch oder keltisch geprägt. Interessanter sei die aktuelle Entwicklung von Halloween als Reimport aus den Vereinigten Staaten. Meyers Konversations-Lexikon schreibt zur angeblichen keltischen Herkunft des Festes: „Legendenhaft und historisch nicht exakt zu beweisen ist eine direkte Verbindungslinie zu dem keltisch-angelsächsischen Fest des Totengottes Samhain. Aus der Verbindung mit diesem Totengott sollen sich die Gebräuche zu Halloween ableiten, vor allem der Bezug auf das Totenreich und Geister.“

Ob keltisch oder amerikanisch, heute, am 31. Oktober, werden wieder schaurig schöne Kürbisse leuchten und die Kids werden ebenso gruselig maskiert Süßigkeiten fordern, wenn sie von Tür zu Tür ziehen. STP

Der Lauteracher Kürbisspezialist Andreas Kalb setzt auch auf lustige Varianten.stp/2
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