Von Abhängigkeiten und karnevalisierter Politik

Vorarlberg / 02.11.2022 • 22:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Andreas Pfeifer im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann.

Andreas Pfeifer im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann.

ORF-Korrespondent Andreas Pfeifer über neue Prioritäten für Europa.

Schwarzach Der gebürtige Südtiroler Andreas Pfeifer war Außenpolitikchef des ORF in Wien, zuvor Korrespondent in Washington und Rom. Seit einem Jahr ist er ORF-Korrespondent in Berlin. Bei Vorarlberg LIVE sprach Pfeifer am Mittwoch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann unter anderem darüber, wie die Welt in Unordnung geraten ist und welche Rolle Europa in Zukunft spielen kann. Die Politik in Deutschland habe sich nach der Ära Angela Merkel und nach dem russischen Angriffs auf die Ukraine fundamental verändert, berichtete Pfeifer. „Deutschland, eine Weltmacht der Diplomatie und der Mäßigung, musste sich auf eine Zeitenwende einstellen.“ Die Aufrüstung und eine energiepolitische Wende nannte er als Beispiele für den von Bundeskanzler Olaf Scholz geprägten Begriff. Deutschland hätte erkennen müssen, dass ein Teil des wirtschaftlichen Erfolges auf Abhängigkeiten aufgebaut worden sei. Europa stehe jetzt vor der Frage, ob nicht neue Prioritäten gesetzt werden müssen. Etwa sich energiepolitisch autarker zu machen. Weiters sprach Pfeifer auch über seine Eindrücke zu Italien. „Ich habe miterlebt, wie Politik karnevalsiert wird.“ Auch in Österreich und anderen Teilen der Welt ortet er derartige Ansätze. „Wir leben teilweise in einer postfaktischen Welt, in der man mit Falschinformationen tatsächlich Politik machen kann. Und das ist eine betrübliche Diagnose.“

Wir leben teilweise in einer postfaktischen Welt, in der man mit Faschlmeldungen tatsächlich Politik machen kann.

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