Warum Erich Schwärzler nicht Flüchtlingskoordinator wird

Vorarlberg / 03.11.2022 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der ehemalige Sicherheitslandesrat und jetzige VN-Ombudsmann Erich Schwärzler wäre der Wunschkandidat der SPÖ für die Funktion eines Flüchtlingskoordinators. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Der ehemalige Sicherheitslandesrat und jetzige VN-Ombudsmann Erich Schwärzler wäre der Wunschkandidat der SPÖ für die Funktion eines Flüchtlingskoordinators. VN/Hartinger

Die SPÖ schlug ihn vor und hat dazu einen Antrag an die Vorarlberger Landesregierung formuliert.

Bregenz, Lingenau Mit einem eher ungewöhnlichen Antrag an die Landesregierung ließ am Mittwoch die geschäftsführende SPÖ-Klubobfrau Manuela Auer aufhorchen. Darin fordert sie einen Flüchtlingskoordinator für Vorarlberg. Eine Person, die sich insbesondere bei der Suche nach Quartieren einbringt und als Bindeglied zwischen Kommunen und Hilfsorganisationen fungiert. Auer hat sie sich diesbezüglich bereits auf einen Namen festgelegt: Erich Schwärzler (69). Der ehemalige ÖVP-Sicherheitslandesrat war in der Flüchtlingskrise bei der Herbergssuche als Koordinator außerordentlich erfolgreich, was ihm ungeteilte Wertschätzung über die Parteigrenzen hinweg einbrachte.

Die geschäftsführende SPÖ-Klubobfrau Manuela Auer fordert die Einsetzung eines Flüchtlingkoordinators. Erich Schwärzler ist ihr Wunschkandidat. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Die geschäftsführende SPÖ-Klubobfrau Manuela Auer fordert die Einsetzung eines Flüchtlingkoordinators. Erich Schwärzler ist ihr Wunschkandidat. VN/Hartinger

Der Antrag

In Ihrem Antrag, den Auer gemeinsam mit Parteikollegin Elke Zimmermann einbrachte, schreibt die SPÖ-Clubobfrau von einer Zielperson, welche geeignet sei, die Akzeptanz und das Bewusstsein für derartige Maßnahmen in der Bevölkerung zu erhöhen. Zu diesem Zwecke solle der Landtag zuerst an den ehemaligen Landesrat Erich Schwärzler herantreten, um die Möglichkeit zu sondieren, dass dieser diese Aufgabe übernimmt. Erst wenn dieser ablehne, sei eine andere Person zu suchen.

Einer aus dem System

Und genau das wird die Landesregierung auch tun müssen, sollte sie den SPÖ-Antrag annehmen. Auf VN-Anfrage winkte der Wunschkandidat freundlich, aber bestimmt, ab. “Jeder hat seine Zeit. Ich hatte sie 2015. Es muss einer aus dem System diese Rolle übernehmen. Ich bin nicht mehr im System. Abgesehen davon haben die Verantwortlichen gerade in letzter Zeit enorme Anstrengungen unternommen, Quartiere zu suchen und auch gefunden”, betont der ehemalige Landesrat. Zudem könne man die jetzige Situation nicht mit jener 2015 vergleichen. “Es war damals ebenfalls sehr anstrengend, Lösungen in Kooperation mit allen Beteiligten zu finden.” Er würde auch derzeit gelegentlich um Rat gefragt und gebe dann seine Erfahrungen von 2015 gerne weiter.

Es muss einer aus dem System diese Rolle übernehmen. Ich bin nicht mehr im System.”

Erich Schwärzler, Ex-Sicherheitslandesrat
Diese ukrainischen Flüchtlinge haben ein Quartier gefunden. Für viele andere werden ständig Herbergen gesucht. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Diese ukrainischen Flüchtlinge haben ein Quartier gefunden. Für viele andere werden ständig Herbergen gesucht. VN/Steurer

Kritik an der EU

Wie sein Nachfolger als Sicherheitslandesrat, Christian Gantner, nimmt Schwärzler in Sachen Asylproblematik vor allem die EU in die Pflicht. “Es braucht einen funktionierenden Schutz der Außengrenze und eine gerechte Verteilung von Flüchtlinge auf alle EU-Länder”, macht Schwärzler deutlich.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.