Bürgernähe war seine Stärke

Vorarlberg / 04.11.2022 • 17:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Viktor Wolf konnte viel im Konsens-wege erreichen.
Viktor Wolf konnte viel im Konsens-
wege erreichen.

Viktor Wolf, Ehrenringträger der Gemeinde Nüziders, starb mit 91 Jahren.

NÜZIDERS Am 28. Oktober 2022 verstarb mit 91 Jahren Viktor Wolf. Er war in Nüziders insgesamt 40 Jahre von 1955 bis 1995, Mitglied der Gemeindevertretung und 30 Jahre lang, von 1965 bis 1995, als Gemeinderat im Gemeindevorstand tätig. Für seine großen Leistungen wurde ihm 1991 der Ehrenring der Gemeinde Nüziders verliehen. Im Jahre 2001 wurde der Verstorbene mit dem Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

Dazu kamen noch Ehrungen für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten. Viktor Wolf konnte auf ein langes, arbeitsreiches und erfülltes Leben zurückblicken, in dem er viel geleistet und erreicht hat. Er wurde am 16. November 1930 geboren und besuchte in Nüziders die Volksschule. Anschließend absolvierte er bei der Firma Gebrüder Hilti, der späteren Firma Hilti und Jehle, in Feldkirch die Maurerlehre. In den fünfziger Jahren besuchte er die Bauhandwerkerschule in Bregenz. Bei Hilti und Jehle blieb er als Bauhauptpolier bis zu seiner Pensionierung. Sein großes Fachwissen konnte er auch bei wichtigen Bauprojekten in der Gemeinde einbringen.

Der begeisterte Fußballer Viktor Wolf war Gründungsmitglied des FC Nüziders und seit der Gründung Mitglied der Ortsgruppe Nüziders der Naturfreunde. Gemeinsam mit seiner Gattin Friedl, die längere Zeit Obfrau war, organisierte er für den Pensionistenverband laufend Veranstaltungen und Reisen.

Während seiner Zeit als Gemeindevertreter und Gemeinderat der SPÖ entwickelte sich Nüziders sehr dynamisch und als Gemeinderat war er an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt. In der starken Zuzugs- und Wachstumsgemeinde waren enorme Aufgaben zu erledigen. Im Jahr 1955 hatte Nüziders rund 1640 Einwohner und 1990 bereits über 4300. Zu den wichtigen kommunalpolitischen Aufgaben gehörten die Wasserversorgung, der Straßenbau mit der Straßenbeleuchtung, der Kanalbau, die Volksschule, der Kindergarten, die Hauptschule und das Feuerwehrhaus sowie der Friedhof.

Der Bürgermeister von Nüziders, Peter Neier, führt zum Ableben von Viktor Wolf aus: „Er war ein Kämpfer, der auch mit Nachdruck immer die seiner Ansicht nach beste Lösung für die Gemeinde vertreten hat. Viktor Wolf war bei mehreren Gemeindewahlen Listenführer der SPÖ-Fraktion und Fraktionsobmann.“

In der Laudatio von Altbürgermeister Armin Spalt zur Ehrenringverleihung hieß es: „Viktor Wolf hat den größten und aktivsten Teil seines Lebens mit ganzem Einsatz in den Dienst seiner Heimatgemeinde gestellt. In seiner Funktionszeit hat sich unser Dorf aus der Nachkriegszeit vom landwirtschaftlich strukturierten Bauern- und Eisenbahnerdorf in eine moderne und qualitätsvolle Wohn- und Gewerbegemeinde mit vorbildlicher Infrastruktur mit hoher Lebensqualität entwickelt“.

Auch wenn es unterschiedliche Auffassungen zu verschieden Themen gab, so herrschte immer eine gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung und Viktor Wolf konnte auch viel im Konsensweg erreichen. Die Stärken des Verstorbenen waren seine Bürgernähe und sein direkter Kontakt zur Bevölkerung. Dazu kamen seine Ehrlichkeit, seine Fröhlichkeit und menschliche Art, gepaart mit großem Idealismus.

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