Eine Frage der Kommunikation

Vorarlberg / 04.11.2022 • 21:37 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gut besuchter Pfarrsaal: Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher waren mit dabei.
Gut besuchter Pfarrsaal: Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher waren mit dabei.

Beim VN-Stammtisch in Höchst ging es in der Debatte der Bürgermeisterkandidaten teilweise heiß her.

höchst Mit mehr als 200 Besucherinnen und Besucher war der Pfarrsaal in Höchst voll besetzt. Sie alle bewegte beim VN-Stammtisch am Freitagabend die Frage: Wer wird künftig Bürgermeisterin oder Bürgermeister der Rheindeltagemeinde? Am 13. November findet die Direktwahl statt. Für das Amt bewerben sich Heidi Schuster-Burda (ÖVP), die es nach dem Rücktritt des langjährigen Bürgermeisters Herbert Sparr (ÖVP) zunächst interimsmäßig übernommen hat, Stefan Übelhör (Höchste Zeit, Grüne), Robert Blum (FPÖ) und Jan Fausek (Neos).

Bei der Debatte, die von VN-Redakteur Klaus Hämmerle moderiert wurde, ging es teilweise hitzig her. Immer wieder ärgerten sich die Gegenkandidaten von Schuster-Burda über die Kommunikation der ÖVP, die in der Gemeindevertretung die absolute Mehrheit hat.

Streit um Kindercampus

Hitziges Thema gleich eingangs war der Streit um die Kinderbetreuung in der Gemeinde. Dabei geht es um Vorgänge rund den Kindercampus im Zentrum. Das Thema gestaltet sich als komplex, wie etwa Neos-Kandidat Jan Fausek betonte. Der Vorwurf gegen die zuständige Vizebürgermeisterin Schuster-Burda: Sie habe ein Chaos verursacht und intransparent gehandelt. Sie beteuerte bei der Debatte, nach bestem Wissen und Gewissen vorgegangen zu sein, räumte aber ein: „Es liegt an der Kommunikation. Es kann besser werden.“ Im Zuge des Prozesses, der nun gestartet worden sei, könne das nicht mehr passieren.

Doch ihre Mitbewerber wollten das so nicht stehen lassen. Übelhör hielt fest, dass er diese Aussagen so vorher noch nicht gehört habe. Und das, obwohl das Thema in den letzten Jahren intensiv behandelt worden sei. Blum von der FPÖ kritisierte: „Jeder darf Fehler machen. Die Frage ist, wie man damit umgeht.“ Alles sei daran gesetzt worden, die „auf Hochglanz polierte Fassade nach außen“ zu schützen. Fausek sah das Thema „beispielhaft für andere Felder: Es wurde unglaublich schlecht kommuniziert.“

Am Podium ging es weiter kontrovers zu, etwa was die Zentrumsgestaltung oder auch den Verkehr angeht. Eine wirkliche Ablehnung gegen das geltende Tempo 30 im Ort gab es indes nur von der FPÖ. „Wir haben Straßen, bei denen ist es Schikane, wenn man einen 30er davorsetzt.“ Mehrmals wurde am Podium die Seestraße genannt. Die Begrenzung solle nur an neuralgischen Punkten – dafür aber mit Kontrollen – gelten, fordert Blum. Schuster-Burda entgegnete: „Wir werden uns alle daran gewöhnen. Der Zeitverlust ist minimal.“ Es gelte, Radwege weiter auszubauen und verstärkt auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu setzen. Das sieht naturgemäß auch der Kandidaten von Höchste Zeit und Grünen, Übelhör, so. Was Tempo 30 angeht, unterstrich er: „Es macht keinen Sinn, wenn man jede Straße separat hernimmt.“ Auch für Fausek überwiegen die Vorteile, auch wenn „Geschwindigkeitslimits polarisieren.“

„Viele einstimmige Beschlüsse“

In der abschließenden Runde bekundete die ÖVP-Politikerin grundsätzlich: „Ich finde nicht, dass wir unsere absolute Mehrheit ausgespielt haben. Es gab viele einstimmige Beschlüsse.“ Die anderen Diskutanten sahen das freilich anders. So meinte etwa Übelhör: „Im Miteinander würde sich vieles ändern.“ Blum hatte zuvor bereits seinen Wunsch ausgedrückt, dass Bürgermeister oder Vize einer anderen Fraktion angehören sollten. Was das Streitthema Kommunikation angeht, meinte er: „Dann würde sich das Ganze schon etwas aufbrechen.“

„Ich bin seit 22 Jahren in der Gemeindepolitik. Das Aufgabengebiet ist sehr vielfältig.“

„Ich habe vor allem gelernt, dass man nicht alles über Nacht verändern kann.

„Ich bin die einzige Alternative gegen den Regulierungswahn, den wir mittlerweile haben.“

Höchst soll lebenswert bleiben, für meine Generation und die Generationen danach.“

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