Gans oder gar nicht in der Messestadt

Vorarlberg / 04.11.2022 • 18:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ob er heute artig bleibt? Bürgermeisterin Andrea Kaufmann bei der Gansübergabe. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Ob er heute artig bleibt? Bürgermeisterin Andrea Kaufmann bei der Gansübergabe. VN/Paulitsch

Der Martinimarkt versetzte Dornbirn in den Ausnahmezustand.

Dornbirn Pelzmäntel, Hüte, Fuchsstolen, Zylinder oder Fliegen: Für viele der Besucher sind Jeans und Pullover an diesem Freitag augenscheinlich keine Option. Auch Evi Rusch, Jopie Scheier, Marlies Kresser und Carmen Thurnher haben ihr bestes alte ,Häs‘ aus dem Schrank geholt. „Carmen und ich kommen sicher schon seit zwölf Jahren her. Marlies und meine Mama Jopie haben wir vor ein paar Jahren angesteckt. Wir möchten einfach die Tradition hochleben lassen. Mittlerweile sind wir eine Gruppe von 14 Leuten“, erzählt Evi Rusch, der die Freude über das Martinimarkt-Revival deutlich anzuhören ist.

Evi Rusch, Jopie Scheier, Marlies Kresser und Carmen Thurnher.
Evi Rusch, Jopie Scheier, Marlies Kresser und Carmen Thurnher.

Zwei Jahre lang mussten die eingefleischten Fans ohne ihren Martinimarkt auskommen. Am Freitag war es endlich wieder soweit und der 45. Dornbirner Martinimarkt konnte in gewohnter Manier über die Bühne gehen.

Auf die Minute

Die Zeit bis zum offiziellen Start ist traditionell auf die Minute genau geplant. 8.48 Uhr: „D‘Lüt im alto Häß“ treffen sich im Stadtmuseumspark bei gratis Riebl, Sekt und Kaffee. 9.49 Uhr: Die Meute macht sich auf zum Roten Haus. 10 Uhr: Der Martinimarkt wird von Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (53) feierlich eröffnet.

Ganter Eduard und Josef Meusburger vor dem großen Auftritt.
Ganter Eduard und Josef Meusburger vor dem großen Auftritt.

Es ist kurz nach 9.30 Uhr. Der Platz beim Stadtmuseum ist bereits gut gefüllt. Unter die Besucher im „alto Häß“ hat sich auch Josef Meusburger (79) mit seinem Eduard gemischt. Eduard ist ein Ganter, also eine männliche Gans. In einer knappen halben Stunde hat er seinen ganz großen Auftritt auf der Stiege beim Roten Haus. Nervosität? Fehlanzeige.

„Mir kommt vor, er kneißt es, wenn er einen Auftritt hat. Wenn er die Kiste oder den Korb sieht, weiß er was los ist“, sagt sein Halter Josef Meusburger, dessen Familie seit gut 40 Jahren die Gänse für die Gansübergabe bei der Eröffnung zur Verfügung stellt. Eduard ist im Dienst seit Andrea Kaufmann im Mai 2013 Bürgermeisterin von Dornbirn wurde. „Dort haben wir von Gans zu Ganter gewechselt, weil ich dachte, dass der Bürgermeisterin ein Mann zu steht“, merkt der Schaf- und Ziegenlandwirt mit einem Schmunzeln an. Heute wirkt der Ganter tiefenentspannt. Das ist nicht immer so. Beim letzten Mal hat er einer Frau, die offenbar etwas zu neugierig war, in die Nase gebissen. Die Bürgermeisterin hat Glück, ihr Wunsch einer unfallfreien Gansübergabe geht in Erfüllung und es kann wieder heißen: „Eduard, butz do Bart, z’Dorobiro ischt Martinimart!“

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