Offensive für mehr Freundlichkeit

Vorarlberg / 04.11.2022 • 18:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Hausarzt wird zur Mangelware. Das sorgt für Unruhe unter den Patienten.apa
Der Hausarzt wird zur Mangelware. Das sorgt für Unruhe unter den Patienten.apa

Ärztekammer arbeitet an Maßnahmen. Start ist für Anfang des kommenden Jahres geplant.

dornbirn Der Ton in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist rauer geworden. Patienten sind ungeduldiger und lassen ihrem Ärger immer öfter harte Worte folgen, die vornehmlich die Assistentinnen treffen. Nun will die Ärztekammer, wie berichtet, dieser unguten Entwicklung eine Freundlichkeitsoffensive entgegensetzen und damit wieder Ruhe und Rücksichtnahme in die Ordinationen bringen. Der Start ist für Anfang 2023 geplant. Das kündigte Ärztekammerpräsident Burkhard Walla auf VN-Nachfrage an. Die Kampagne soll auch die Krankenhäuser einschließen, denn dort sei das Problem ebenfalls gegeben. An entsprechenden Maßnahmen und Ideen wird derzeit gearbeitet. „Es geht darum, in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass das Gesundheitssystem eines mit begrenzten Ressourcen und kein Selbstbedienungsladen ist“, sagt Walla. Dieses Bewusstsein geht seiner Ansicht nach zunehmend verloren. Obwohl der Staat gerade jetzt viel an Förderungen auszahle, wachse die Unzufriedenheit.

Visuelle Präsenz

Es müsse den Menschen zudem wieder stärker klar werden, dass es sich um Geld handelt, „das uns allen gehört“. Deshalb sind laut dem Ärztevertreter auch alle gefordert, gemeinsam für den sorgsamen Umgang damit Verantwortung zu tragen. Für Burkhard Walla handelt es sich dabei um einen gesamtgesellschaftlichen Prozess. „Es sollte doch im Interesse aller sein, ruhig und freundlich miteinander umzugehen“, merkt Walla an. In den Ordinationen der niedergelassenen Mediziner soll das Thema unter anderem visuell präsent sein. „Wir wollen Veränderung bei den Patienten möglich machen“ ergänzt der Ärztechef. Er versteht ein Stück weit die Unruhe und Panik bei den Menschen, die sich um ihre medizinische Versorgung sorgen. Burkhard Walla spricht in diesem Zusammenhang Dornbirn an, wo durch die Schließung von großen Ordinationen von Allgemeinmedizinern eine Lücke aufgerissen wurde. Gleichzeitig betont und versichert er: „Jeder von uns tut sein Bestes, damit alle Patienten ihre Behandlung bekommen.“ VN-MM

„Die Kampagne soll die Krankenhäuser einschließen, denn dort ist das Problem ebenfalls gegeben.“

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