Auf welchem Bauernhof viel Sonne in den Käse kommen soll

Vorarlberg / 09.11.2022 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf welchem Bauernhof viel Sonne in den Käse kommen soll
VN, Meusburger

Familie Meusburger plant für ihren Biobauernhof ein Sonnenkraftwerk und setzt beim Projekt auf Bürgerbeteiligung.

Bizau “Die Sonne ist eh da und Dächer gibt es auch mehr als genug”, sagt Biobauer Jakob Meusburger und blickt in Richtung seines Hofes. Geht es nach ihm, soll dort bald möglichst ein Sonnenkraftwerk in Form einer Photovoltaikanlage entstehen.

"Die Hilkater" haben mit ihrem Käse schon zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
"Die Hilkater" haben mit ihrem Käse schon zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst. VN/Paulitsch

Für ihn der logischste Weg, um nicht nur mit Bio- sondern auch mit energieeffizientem Käse einen weiteren Beitrag für die Umwelt und den Klimaschutz zu leisten und den Betrieb nachhaltig weiterzuentwickeln.

Am Hof der Familie Meusburger soll bald ein Sonnenkraftwerk entstehen (im Bild Lucia und Sohn David). <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Am Hof der Familie Meusburger soll bald ein Sonnenkraftwerk entstehen (im Bild Lucia und Sohn David). VN/Paulitsch

Rund 300 Liter Heumilch verarbeiten Jakob Meusburger, seine Frau Annemarie, seine jüngste Tochter Lucia und Schwiegersohn Daniel pro Tag zu Käse. Im Kühlschrank im Hofladen sind elf Sorten zu finden. So etwa der Kanisfluhkäse, der Casanova, der Magdalenar oder auch Racletetkäse. Für ihre Arbeit wurde die Biobauernfamilie aus Bizau, bekannt auch unter dem Namen “Hilkater”, schon mehrfach ausgezeichnet.

Daniel hilft im Käsekeller tatkräftig mit. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Daniel hilft im Käsekeller tatkräftig mit. VN/Paulitsch

“Es ist schwierig zu sagen, wie sich die Sache mit Energie und Strom langfristig entwickelt”, sagt Jakob Meusburger. Schon seit Längerem beschäftigt er sich mit dem Thema erneuerbare Energien. “Da wir uns hier in einer sonnigen Lage befinden und wir Erfahrungwerte von Nachbarn haben, ist Sonnenenergie die beste Lösung”, meint der Landwirt. Ergänzend soll eine Hackschnitzelheizung errichtet werden, um die Wintermonate zu überbrücken.

Der "Hilkater"-Käse wird aus Bioheumilch hergestellt. <span class="copyright">Meusburger</span>
Der "Hilkater"-Käse wird aus Bioheumilch hergestellt. Meusburger

Geplant haben die Meusburgers rund 600 Quadratmeter Photovoltaikfläche, die etwa 150.000 kWh Ökostrom erzeugen soll. Dies entspricht in etwa dem Stromverbrauch von 35 Einfamilienhäusern.

2019 gab es den "Kasermandl" für Jakob Meusburger. <span class="copyright">VN/Archiv</span>
2019 gab es den "Kasermandl" für Jakob Meusburger. VN/Archiv

Um das Vorhaben zu finanzieren und schnellstmöglich zu realisieren, gehen die Käseproduzenten nun neue Wege und setzen auf die Unterstützung von Kunden und Freunden beziehungsweise Bürgerbeteiligung. Konkret geht es beim Projekt um Sonnenscheine beziehungsweise Genussgutscheine. “Ein Sonnenschein kostet 500 Euro. Als Gegenleistung gibt es sechs Jahre lang jährlich einen 100 Euro Einkaufsgutschein”, erklärt Lucia, die sich um die Abwicklung kümmert.

Die Sonne ist eh da und Dächer gibt es auch mehr als genug.

Jakob Meusburger, Biobauer

Mit den Genussgutscheinen kann im Hofladen eingekauft werden, wo es neben Käse unter anderem auch Kräutersalze, Freilandeier, Sirup oder Tee gibt. Auch Auslieferfahrten sind vierteljährlich geplant. Damit möglichst schnell viel Sonne in den Käse kommt, hoffen die Meusburgers auf viele Interessenten. “Die ersten Anmeldungen sind schon eingetrudelt”, berichtet Lucia.

Nähere Infos zum Projekt sind unter www.hilkater.at abrufbar.

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