Neue Tempolimits in Hohenems: In welcher Straße wie viel gilt

Vorarlberg / 09.11.2022 • 16:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neue Tempolimits in Hohenems: In welcher Straße wie viel gilt

Hohenems will Straßen nach Tempo 50, 40, 30 und 20 staffeln.

Hohenems Die Stadt Hohenems möchte überdenken, welche Höchstgeschwindigkeiten künftig auf ihren Straßen gelten. Den Weg dazu ebnete am Dienstag die Stadtvertretung, indem sie ein neues Geschwindigkeitskonzept absegnete, doch auch die Bürger sollen mitreden dürfen, bevor letztlich Verordnungen erlassen werden.

Auf der Lustenauerstraße gilt weiterhin Tempo 50. Wer von hier in eine Wohnstraße abbiegt, wird langsam fahren müssen.
Auf der Lustenauerstraße gilt weiterhin Tempo 50. Wer von hier in eine Wohnstraße abbiegt, wird langsam fahren müssen.

„Bisher haben wir einen Fleckerlteppich“, erklärte Bürgermeister Dieter Egger. Denn bisher gelten in Hohenems 40 km/h Höchstgeschwindigkeit mit Ausnahme von Vorrangstraßen, wo mit 50 km/h gefahren werden darf. Vereinzelt sind auch Tempo-30-Zonen verordnet.

Die Nibelungenstraße nimmt den Verkehr auf und leitet ihn an höherrangige Straßen, wie die Lustenauer Straße weiter. Hier sollen 40 km/h gelten.
Die Nibelungenstraße nimmt den Verkehr auf und leitet ihn an höherrangige Straßen, wie die Lustenauer Straße weiter. Hier sollen 40 km/h gelten.
Die Diepoldsauerstraße zwischen Autobahn und McDonald's: Auch sie bleibt eine Tempo-50-Straße.
Die Diepoldsauerstraße zwischen Autobahn und McDonald's: Auch sie bleibt eine Tempo-50-Straße.

Politische Vorarbeit sei bereits 2021 geleistet worden. Die Fachabteilung im Rathaus wurde damit beauftragt, das Verkehrssystem in Hohenems nach dem Prinzip 50-40-30-20 zu entwickeln. Das Ziel liegt auf der Hand: Die Straßen sollen sicherer gemacht, Lärm und Schmutz reduziert werden.

Das Ergebnis der Fachabteilung ist nun ein Raster aller 281 Hohenemser Straßen mit einer grundsätzlichen Geschwindigkeitsempfehlung, basierend auf einer Vielzahl an Daten und Kriterien. So soll nurmehr auf Landesstraßen und Hauptverkehrsachsen wie der Bahnhofstraße, Diepoldsauer- oder Angelika-Kauffmann-Straße 50 gefahren werden dürfen. Unter anderem auf der Rhein-, Schwefelbad- oder Brucknerstraße sind 40 km/h angedacht, denn sie sind Sammelstraßen, die den Verkehr bündeln und auf höherrangige Straßen weiterleiten. Die Zahl der 30er-Zonen soll künftig ganze 263 Straßen in Hohenems umfassen. 20 km/h sollen im Bereich Marktstraße/Jüdisches Viertel und in der Schweizer Straße, Harrachgasse und Mondscheingasse im jüdischen Viertel gelten. Der Kirchplatz bleibt autofrei.

Geplante neue Tempolimits

Tempo 20 Harrachgasse, Marktstraße, Mondscheingasse, Schweizer Straße (im jüdischen Viertel)

Tempo 30 Auf 263 Straßen im Siedlungsgebiet

Tempo 40 Brucknerstraße, Im Kirchholz, Nibelungenstraße (Teilstrecke), Reutestraße (im Siedlungsraum, sonst 50), Rheinstraße, Schwefelbadstraße

Tempo 50 Angelika-Kauffmann-Straße, Bahnhofstraße, Diepoldsauer Straße, Kaiser-Franz-Josef-Straße, Lustenauer Straße, Radetzkystraße, Reutestraße (außerhalb des Siedldungsraums), Rudolf-von-Ems-Straße

„Es ist das Grundkonzept, das wir heute beschließen, auf dessen Basis dann die Verordnungen ausgearbeitet werden“, erklärte Egger, und versprach obendrein: „Es gibt auch ein Bürgerbeteiligungsverfahren für diesen Verordnungsentwurf, die Bürger werden eingeladen, sich dazu zu äußern.“

Im Bereich Marktstraße/jüdisches Viertel gilt in den Begegnungszonen Tempo 20.
Im Bereich Marktstraße/jüdisches Viertel gilt in den Begegnungszonen Tempo 20.

Den Grünen geht diese Aufteilung jedoch nicht weit genug, sie forderten Tempo 30 in allen Hohenemser Wohnstraßen. Stadtvertreterin Gabriele Bächle las aus dem Konzept vor, wonach sich die Lärmbelästigung bei 30 km/h gegenüber 50 km/h halbiert und sich die Sicherheit massiv erhöhe. „Wir fänden es gut, wenn alle Bürgerinnen und Bürger in den Genuss von Tempo 30 kämen“, gab sie an. Das System sei zudem einfach und in anderen Gemeinden Vorarlbergs bereits erprobt.

Die Hohenemser Bürger sollen laut Bürgermeister Dieter Egger mitreden dürfen, bevor Verordnungen erlassen werden.
Die Hohenemser Bürger sollen laut Bürgermeister Dieter Egger mitreden dürfen, bevor Verordnungen erlassen werden.

Bürgermeister Dieter Egger hatte rechtliche Bedenken und verwies auf das jeweils sehr detailliert begründete Raster der Fachabteilung. Gegen drei Stimmen aus der Grünen-Fraktion wurde das neue Geschwindigkeitskonzept auf den Weg gebracht. VN-PES

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