Anfrage soll Quartierssuche für Flüchtlinge beflügeln

Vorarlberg / 10.11.2022 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Könnten hier Flüchtlinge einziehen? In diesem Personalhaus beim Dornbirner Spital stehen laut Alton einige Wohnungen leer. <span class="copyright">VN/GER</span>
Könnten hier Flüchtlinge einziehen? In diesem Personalhaus beim Dornbirner Spital stehen laut Alton einige Wohnungen leer. VN/GER

Die grünen Gemeindegruppen gehen mit landesweiter Initiative an den Start.

Dornbirn Die Grünen wollen mit einer Musteranfrage Bewegung in die Quartierssuche für Flüchtlinge bringen. Die Anfrage umfasst zwölf Fragen und soll die Vorgänge drumherum sichtbar und nachvollziehbar machen. Wie viele Geflüchtete sind in der Gemeinde untergebracht? Handelt es sich um Quartiere der Gemeinde oder um private Unterkünfte? Besitzt die Gemeinde weitere leer stehende Räumlichkeiten? Wie viel würde es kosten, diese nutzbar zu machen? Der Altacher Gemeindevertreter Bernie Weber hat das Papier am Mittwoch bei der Gemeindevertretungssitzung eingebracht. Dornbirn plant kommende Woche und Feldkirch Mitte Dezember nachzuziehen.

Bernie Weber, Juliane Alton, Natascha Soursos und Patrick Ehrenbrandtner.
Bernie Weber, Juliane Alton, Natascha Soursos und Patrick Ehrenbrandtner.

Im Gegensatz zu 2015 hätten wir es diesmal mit mehreren Krisen zu. Krieg. Klima. Corona. „Wir haben aber keine Flüchtlingskrise. Wir haben eine Verteilungskrise und eine Solidaritätskrise zwischen Bund, Land und Gemeinden“, ist Weber überzeugt. Genau da setze die grüne Initiative an. Es gehe darum die Gemeinden bei der Zurverfügungstellung von Quartieren zu unterstützen. „Wir möchten Transparenz über den Leerstand der gemeindeeigenen Gebäude und wir wollen sehen was sich in den Gemeinden diesbezüglich abspielt“, erläutert der Gemeindevertreter und Wirtschaftssprecher der Vorarlberger Grünen. Außerdem fordern Weber und seine Parteikollegen, dass das Land Zuschüsse für Leerstandssanierungen für Flüchtlingsquartiere zusagt und eine zentrale Schlüsselstelle für die landesweite Quartierssuche eingerichtet wird.

Die Dornbirner Stadträtin Juliane Alton betont: „Es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe Geflüchtete anständig in winterfesten Quartieren unterzubringen. In Dornbirn haben wir eine Reihe von Immobilien, die verwendet werden können.“ Alton verweist unter anderem auf gewerblich genutzte Immobilien, die mit Sanitäranlagen ausgestattet sind und auf eine große Anzahl an städtischen Wohnungen, von denen einige leer stehen würden. „Die Stadt hat Nachholbedarf. Aktuell haben wir mehr privat untergebrachte Geflüchtete“, hält die grüne Stadträtin fest. 

„Wieso nicht bauen?“

In Feldkirch, wo die Zelte bei der Polizeischule nach wie vor stehen, könnten laut der grünen Stadträtin Natascha Soursos Quartiere, die 2015 genutzt wurden, wieder aktiviert werden. Außerdem müsse Leerstand lukriert werden. „Und wenn keine Gebäude vorhanden sind, wieso nicht bauen“, frag sich Soursos. In Bludenz habe man bereits einiges gereicht, berichtet der grüne Stadtvertreter Patrick Ehrenbrandtner. Jetzt gehe es primär darum, zu schauen, dass es auch so bleibt.

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