Zum Gedenken

Vorarlberg / 10.11.2022 • 17:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zum Gedenken

Egg Das Ehepaar Josefa und Engelbert Nußbaumer wurde innerhalb weniger Wochen aus dieser Welt abberufen. Am 28. April 1958 hatten sie geheiratet, lebten zuerst in Sefas Elternhaus auf der Halde. Sie bauten gemeinsam ein Eigenheim in der Engelgaß, wo sie – beide ausgesprochene Familienmenschen – sechs Kindern das Leben schenkten, sie großzogen und begleiteten. Inzwischen ist die Nachkommenschaft auf 14 Enkel und neun Urenkel angewachsen. Allen waren willkommen im Haus in der Engelgaß. Ihr Reich war die Familie und das Interesse am Leben besonders der jungen Leute. Feste feiern im Kreis der Familie war das Schönste. Auch Gäste wurden beherbergt, die zum Teil bis heute den Kontakt pflegen. Manchmal machte sich das Paar in jungen Jahren zu tollen Motorradfahrten auf. Der Garten daheim wurde gemeinsam gehegt und gepflegt. Nach Engelberts Pensionsantritt wagten die beiden einen neuen Schritt und wurden Älpler in der hinteren Stellenalpe.

Josefa Nußbaumer

Ein Blick zurück: Josefa (von allen Sefa genannt) wurde am 22. Oktober 1935 als fünftes von sechs Kindern der Familie Steurer „Auf der Halden“ geboren. Trotz Kriegszeit erlebte sie eine gute, wenn auch bescheidene Kinder- und Jugendzeit. Nach der Schulzeit in Egg war Sefa einige Zeit als „Maid“ in Schwarzenberg tätig und arbeitete dann bis zu ihrer Heirat 1958 in der Hutfabrik in Egg. Außer ihrem Reich in der Familie unternahm Sefa manchmal einen Jahrgängerausflug oder eine Wallfahrt. Sefas sprichwörtliche Gastfreundschaft zeigte sich immer mit ihrem Gruß, wenn die Besuche gingen: „Pfüate und kond widr“!

Engelbert Nußbaumer

Engelbert, am 28. Juli 1927 als achtes der neun Kinder der Familie Nußbaumer in Unterbach geboren, wuchs ebenfalls in bescheidenen Verhältnissen in der Großfamilie auf. Nach der Schulzeit war er als Kleinhirte, Hirte und Knecht an verschiedenen Orten tätig, so in der oberen Auenalpe und am Dürlisberg. Mit 17 Jahren musste er noch kurz vor Kriegsende einrücken. Als er nach dreimonatiger Gefangenschaft heimkehrte, stand sofort die Mitarbeit daheim in der Landwirtschaft an. Dazu war er mehrere Sommer Senner an verschiedenen Orten. Weitere Arbeitsplätze waren das Sägewerk Troy, eine Weberei in Lindau und eine Webstuhlmacherfirma in Dornbirn. Nach seiner Pensionierung half er seinen Kindern beim Hausbau und auch den Nachbarn, wo immer Hilfe benötigt wurde. In seiner geliebten Werkstatt machte Engelbert Schindeln und handelte sich dafür das Brennholz ein. Die Kinder mussten zur Waldarbeit mitgehen und haben von ihrem Däta vieles gelernt; auch das Fischen, das Skifahren und das Herstellen von Hasenkisten. Engelbert war ein Allrounder, der sein Können gerne weitergab. Als Mitglied in der Turnerschaft war er maßgeblich am Bau der alten Turnhalle beteiligt. Einige Zeit war er auch Mitglied bei der Feuerwehr.

Als der Abend nahte – Engelbert litt schon längere Zeit an den Beschwerden des hohen Alters, und Sefa erkrankte ebenfalls schwer – wurden beide innerhalb kurzer Zeit durch einen friedvollen Tod erlöst. Verwandte und Bekannte aus Nah und Fern sind gekommen, um bei den Totenwachen und Messfeiern zur Verabschiedung, Sefas und Engelberts zu gedenken und die Familie in ihrer Trauer mitzutragen.

Möge Gott nun Sefa und Engelbert aufnehmen in das ewige Leben.

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