Mädchen mit Spielzeugpistole bedroht

Vorarlberg / 13.11.2022 • 22:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Versuchter Raub und gefährliche Drohung: Der 16-jährige Angeklagte kam mit einer Geldstrafe davon. eckert
Versuchter Raub und gefährliche Drohung: Der 16-jährige Angeklagte kam mit einer Geldstrafe davon. eckert

14-jähriges Opfer hat seit dem Vorfall Albträume und Angstzustände.

Feldkirch Ein Jahr vor der Straftat waren die beiden Teenager ein Paar. Doch die Beziehung wollte nicht funktionieren. Eine Zeit lang zog sie sich als „on-off-Beziehung“ dahin, dann waren die beiden nurmehr freundschaftlich verbunden. Im Jänner dieses Jahres gelüstete es das Mädchen nach einer Dose „Snus“ (Oraltabak), der in Schweden und Norwegen gerne konsumiert wird. Es sind meist kleine Beutel, die man unter die Lippe steckt. Für zehn Euro wollte der einstige Freund dem Mädchen eine solche Dose verkaufen. Die beiden trafen sich in einem Waldstück im Oberland auf einem Spielplatz. Beide trugen coronabedingt Masken und hielten Abstand. Der Lehrling legte die Dose auf den Boden, das Mädchen die zehn Euro. Nach dem Tausch forderte der 16-Jährige die Käuferin jedoch unwirsch auf, die Dose wieder zurückzugeben.

Versuchter Raub

Das Mädchen verstand nicht. „Tu es einfach“, schnauzte der Teenager und zückte eine äußerst echt aussehende Spielzeugpistole. Laut Opfer „schoss“ der junge Mann zwei Mal, einen Knall kann es auch bei Spielzeugpistolen geben.

Vor der Polizei erinnerte sich die Zeugin noch deutlich an Schüsse, die knallten. Sie hatte einen Schock und schrie. Ihr Handy war eingeschaltet und eine Bekannte hörte mit. Diese schildert, dass sie zwar keine Schüsse hörte, doch das Opfer, wie dieses sagte: „Leg bitte die Waffe weg!“. Jedenfalls rannte das Mädchen mit der Dose davon. Erst als sie sich in ihrem Zimmer in Sicherheit fühlte, konnte sie sich entspannen. Lange Zeit sprach sie nicht über den Vorfall.

Drohungen

Die 14-Jährige macht selbst beim Prozess am Landesgericht Feldkirch einen verängstigten Eindruck. Ihre schulischen Leistungen fielen ab, sie hatte Panikattacken und Schlafstörungen. Sie besucht regelmäßig Psychotherapie und war zwei Mal stationär in Rankweil. Bereits im Vorfeld hatte der junge Mann, der das Beziehungsende offenbar nicht verkraftete, gedroht.

Unter anderem schickte er dem Mädchen folgende Nachricht: „Ich habe auf meinem Boxsack dein Foto aufgeklebt und steche drauf ein, so hass ich dich, ich schwöre“. Wegen dieser Drohungen und dem versuchten Raub wird der bislang Unbescholtene zu 800 Euro Strafe und 1000 Euro Teilschmerzengeld verurteilt. Zudem werden 600 Euro auf Bewährung ausgesprochen. EC

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