Teilzeit-Kassenverträge für Hebammen

Vorarlberg / 14.11.2022 • 19:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Neuer Gesamt­vertrag sieht auch höhere Tarife vor.

dornbirn Die Leistungen der frei praktizierenden Hebammen werden deutlich aufgewertet. Doch nicht nur finanziell gibt es Verbesserungen, sondern auch bei den Kassenstellen. Diese können künftig nämlich geteilt werden. „Wir hoffen, mit dieser Maßnahme die offenen Vertragsstellen besetzen zu können“, sagt Manfred Brunner, Vorsitzender der ÖGK-Landesstelle. Aktuell gibt es nur drei Hebammen mit einem Kassenvertrag. Der neue Stellenplan beinhaltet elf Vertragsstellen für Vorarlberg, österreichweit sind es 266. Sie sollen noch im November ausgeschrieben werden. Laut Brunner gibt es bereits einige Interessentinnen. Mit der Möglichkeit, sich eine Vertragsstelle in unterschiedlichem Ausmaß teilen zu können, sei eine wesentliche Forderung des Hebammengremiums umgesetzt worden. Der Gesamtvertrag, den die Sozialversicherung mit dem Österreichischen Hebammengremium vereinbart und den die Konferenz der Sozialversicherungsträger am Montag freigegeben hat, tritt mit 1. Jänner 2023 in Kraft.

Höhere Tarife

Weiters wurden die Tarife für Hausbesuche und Ordinationen rückwirkend ab 1. Jänner 2022 erhöht und weitere jährliche Anhebungen bis 2025 fixiert. Für alle Tarife wurde zudem eine automatische Valorisierung beginnend ab 2025 vereinbart. „Das schafft eine zusätzliche Sicherheit“, zeigt sich Manfred Brunner überzeugt. Derzeit bekommen Kassenhebammen 50 Euro pro Hausbesuch. Dieser Betrag wird stufenweise bis 2025 auf 70 Euro pro Hausbesuch angehoben. Wer eine Wahlhebamme in Anspruch nimmt, erhält 80 Prozent des Kassentarifs zurück.

Als ebenfalls wichtigen Schritt bezeichnet der ÖGK-Chef die erstmalig im Gesamtvertrag inkludierten Modernisierungen wie Telefonberatungen und die telemedizinische Betreuung. Sie greift, wenn es die Umstände erfordern, etwa im Falle einer Pandemie oder falls eine persönliche Betreuung nicht möglich ist. Neu ist auch die Aufnahme der Leistung des Hebammenbeistands bereits vor der Geburt ab der 32. Schwangerschaftswoche bei einer geplanten stationären Spitalsentbindung. Frauen in Österreich können Hebammen-Hilfe übrigens jederzeit ohne ärztliche Zuweisung bzw. Überweistung selbstständig in Anspruch nehmen.

Auch die Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums, Gerlinde Feichtlbauer, glaubt daran, dass es dank zeitgemäßer Teilzeitlösungen mehr Hebammen mit Kassenvertrag geben wird. VN-MM

„Wir hoffen, mit dieser Maßnahme die offenen Vertragsstellen besetzen zu können.“

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