Zusammen alles gemeistert

Vorarlberg / 15.11.2022 • 17:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Resi und Ludi Hofer sind 65 Jahre verheiratet.
Resi und Ludi Hofer sind 65 Jahre verheiratet.

Lustenau Wie ein jungverheiratetes Paar wohnen die beiden Eheleute, die sich heute vor 65 Jahren das Jawort gegeben haben, in ihrem gemütlichen und modernen Neubau, direkt neben zwei Generationen ihrer Familie. Von ihrem Wohnzimmer aus haben sie einen wunderbaren Blick in die Natur – Wiesen, Wälder und Berge und ihre große Hühnerschar erfreuen das Auge. Die Hühner sind es auch, die für Beschäftigung des Jubilars sorgen, der bis vor einem Jahr noch tatkräftig am Hof, den er 1994 an Sohn Reinhard übergeben hat, mitgeholfen hat.

Hochzeit im Gütle

Ihre Hochzeit feierten Resi und Ludi nur im kleinsten Kreis, deshalb sind auch die Erinnerungen an diesen Tag eher bescheiden. Nur ihre Eltern und die Trauzeugen waren mit dabei, als sie sich in der Fatimakapelle im Gütle das Eheversprechen gaben. „Am Abend war er auf jeden Fall schon wieder im Stall“, meint Frau Resi augenzwinkernd. Und auf die Frage, wie sich das anfühlt – Eiserne Hochzeit – meint der Jubilar gelassen: „Eigentlich ganz normal!“

Arbeit als Lebenselixier

Nur mit großem Fleiß war es möglich, was sie zusammen geschafft haben. Als Theresia Glück 1932 in Maria-Laa (Gemeinde Wolfern in Oberösterreich) geboren, wuchs Resi neben neun Geschwistern in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Schon früh hatte sie ihren Vater verloren und 1951 konnte sie auf Vermittlung des Arbeitsamts eine Stelle in der Schweiz antreten. Zuerst war sie in einem Waisenhaus tätig, später arbeitete sie einige Jahre bei der Firma Wild. Um dort die Arbeitserlaubnis zu bekommen, verlegte sie ihren Wohnsitz nach Lustenau. Hier lernte sie dann ihren späteren Mann kennen. Ludwig Hofer (Dôminis) kam 1934 zur Welt, hatte drei Geschwister und verstand es schon früh, den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern kontinuierlich zu vergrößern und auszubauen. Er arbeitete einige Jahre in der Stickerei Albert Scheffknecht und sieben Jahre ebenfalls bei Wild in Heerbrugg. Nach der Hochzeit wohnten Resi und Ludi die ersten zwei Jahre bei den Hofer-Eltern, ehe sie sich mit dem Bau eines eigenen Hofs in der Binsenfeldstraße selbständig machten. Zwei Mädchen und vier Buben bevölkerten nach und nach das Haus und die Arbeit ging niemals aus. 1972 fiel der Stall einem Brand zum Opfer und musste wieder neu aufgebaut werden. Mit dem Bau eines stattlichen Aussiedlerhofs am Glaserweg wagten Resi und Ludi Hofer zu Beginn der 80er-Jahre, mit Unterstützung ihres Sohnes Reinhard, einen Neuanfang.

Schöne Reisen unternommen

Trotz all der vielen Arbeit nahm sich das Ehepaar Hofer aber auch Zeit, andere Länder zu bereisen und den Horizont zu erweitern. So waren sie auf Teneriffa, in England, Frankeich und unternahmen eine Reise nach Kanada, die sie besonders beeindruckte. Oft besuchten sie auch die ursprüngliche Heimat von Frau Resi. Zu ihrer Familie zählen neben den Kindern und Schwiegerkindern zwölf Enkel und 14 Urenkel. Heute darf das Jubelpaar auf sein Lebenswerk blicken, den Lebensabend am Dreigenerationenhof verbringen und sich auch an der Tatsache erfreuen, dass alle Kinder erfolgreich ihren Weg gegangen sind. Mit ihren Angehörigen und Freunden haben sie bereits am vergangenen Sonntag ein schönes Fest gefeiert. Alle wünschen dem liebenswerten Jubelpaar weitere erfüllte Jahre in seinem schönen Heim. vv

Hochzeit am 16. November 1957.
Hochzeit am 16. November 1957.

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