Freie Fahrt auf der neuen Brücke

Vorarlberg / 18.11.2022 • 18:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Um 14.38 Uhr rollten die ersten Pkw drüber.
Um 14.38 Uhr rollten die ersten Pkw drüber.

Erste Fahrspur auf der neuen Rheinbrücke zwischen Hard und Fußach wurde freigegeben.

Hard, Fußach 28 Monate wurde daran gebaut. Am Freitagnachmittag rollte der Verkehr erstmals über die neue Rheinbrücke zwischen Hard und Fußach. Zunächst wurde die Fahrspur in Fahrtrichtung Bregenz freigegeben. Im Laufe der kommenden Woche soll die zweite Fahrspur in Richtung Fußach folgen. Fußgänger und Radfahrer müssen sich noch bis kurz vor Weihnachten gedulden.

15.000 Autos

Die Brücke liegt auf einer der am stärksten befahrenen Routen in Vorarlberg. Pro Tag wird sie von rund 15.000 Autos und 4500 Fahrradfahrern genutzt. Bei dem Bauwerk handle es sich aber nicht nur um ein großes Verkehrsprojekt, sondern auch um ein Hochwasserprojekt. „Die Brücke wurde um 2,5 Meter angehoben und ist jetzt für ein 300-jährliches Hochwasser gerüstet“, betont Verkehrslandesrat Marco Tittler.

Die neue Stahlverbundbrücke ist mit 24,37 Metern fast doppelt so breit wie die alte Brücke. Sie verfügt über einen beidseitigen Geh- und Radweg und über eine Busspur in Richtung Bregenz. „Es ist das größte Brückenprojekt dieser Art der letzten 40 Jahre“, verdeutlicht Projektleiter Armin Wachter von der Abteilung Straßenbau. Eine der größten Herausforderungen sei gewesen, die sehr hohen Lasten aus dem Brückentragwerk über die Pfeiler in den Untergrund ableiten zu können. „Der Untergrund ist hier sehr schlecht. Erst in zehn bis 20 Metern Tiefe haben wir eine tragfähige Schicht aus sandigem Kies“, ergänzt der Projektleiter. Insgesamt wurden 250 Pfähle mit 20 bis 25 Meter Länge im Boden versenkt. Würde man alle aneinanderreihen käme man laut Wachter auf eine Länge von 30 Kilometern. Um das Bauwerk termingerecht eröffnen zu können, wurde großteils von Montag bis Sonntag durchgearbeitet, berichtet der Geschäftsführer der Arge Habau/Wilhelm+Mayer, Peter Jungbauer.

„Heftiges Jahr“

Ganz fertig ist Werk noch nicht. Neben dem Abriss der alten Brücke stehen noch die Anschlüsse an den Radweg und die Seestraße aus. „Wir haben noch ein recht heftiges Jahr vor uns. Wir sind gespannt, wie das funktioniert, weil der gesamte motorisierte Verkehr die nächsten Monate durch das doch enge Dorfzentrum geführt werden muss“, berichtet der Fußacher Bürgermeister Peter Böhler. In das Projekt werden knapp 70 Millionen Euro investiert, der Beitrag des Bundes für die Hochwassersicherheit beträgt 12,5 Millionen Euro. Bis dato wurden knapp 13.000 Kubikmeter Beton verbaut. Die Gesamtfertigstellung ist im September 2023 geplant. Geht es nach Peter Böhler und seinem Bürgermeisterkollegen aus Hard, Martin Staudinger, dann ist nach dem Bauende vor dem Baustart. Staudinger: „Unsere große Vision ist, dass irgendwann auch eine reine Radbrücke weiter in Ufernähe errichtet wird.“ VN-ger 

Die Brücke ist für ein HQ300 gerüstet.
Die Brücke ist für ein HQ300 gerüstet.
Die neue Rheinbrücke von oben. In ein paar Wochen wird mit dem Abriss der alten Brücke begonnen. VN/Paulitsch
Die neue Rheinbrücke von oben. In ein paar Wochen wird mit dem Abriss der alten Brücke begonnen. VN/Paulitsch

Zahlen und Fakten

255,4 Meter lang und 24,4 Meter breit ist die neue Rheinbrücke.

3 Meter breit ist der Gehweg, der Radweg hat eine Breite von fünf Metern.

 

70 Millionen Euro werden in das Projekt investiert, 12,5 Mio. zahlt der Bund.

 

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