Millionenschaden durch Kupferdiebstahl

Vorarlberg / 18.11.2022 • 21:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Bande hat zum Teil Kleintransporter zum Abtransport des gestohlenen Altmetalls verwendet. Symbol/polizei
Die Bande hat zum Teil Kleintransporter zum Abtransport des gestohlenen Altmetalls verwendet. Symbol/polizei

Grenzüberschreitender Erfolg der Polizei: Rumänische Einbrecherbande dingfest gemacht.

Schwarzach Es begann bereits im Oktober 2021: In Vorarlberg wurden vermehrt Einbruchsdiebstähle in Firmen verübt, wobei es die zunächst unbekannten Täter vor allem auf große Mengen Kupfer und Altmetall abgesehen hatten.

Parallelen zur Schweiz

Während der durchgeführten Ermittlungen ergaben sich konkrete Tatzusammenhänge mit gleichartigen Einbruchsdiebstählen in den Schweizer Kantonen St. Gallen, Thurgau und Zürich. Durch einen ständigen gegenseitigen Informationsaustausch und Spurenabgleiche wurde von der Polizzei festgestellt, dass eine vorerst unbekannte Tätergruppierung offensichtlich grenzüberschreitend aktiv ist.

Zudem wurden in der Schweiz mehrere Einbruchsdiebstähle in metallverarbeitende Firmen verübt, wobei auch Kleintransporter zum Abtransport des Altmetalls gestohlen worden sind. Fahrzeuge, die mittlerweile in Vorarlberg aufgefunden und an die rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden konnten. Durch gemeinsame Ermittlungen von Beamten des Landeskriminalamtes Vorarlberg und Polizisten der Kantone St. Gallen, Appenzell, Thurgau und Zürich ergab sich schließlich ein Tatverdacht gegen eine rumänische Tätergruppe, die neben den Einbruchsdiebstählen mit Zielrichtung Kupfer und Altmetalle auch sonstige Firmen- und Geschäftseinbruchsdiebstähle verübte.

Ein Täter noch flüchtig

Die Mitglieder dieser Bande im Alter zwischen 30 und 51 Jahren konnten schließlich festgenommen und in die Justizanstalt Feldkirch eingeliefert werden. Einer der Täter ist noch flüchtig, nach ihm wird mittels Haftbefehl gefahndet.

Die Rumänenbande verübte in Vorarlberg, Tirol und der Schweiz (Kantone St. Gallen, Thurgau, Zürich, Luzern, Aargau und Appenzell) 175 Einbruchsdiebstähle und verursachte einen Gesamtschaden von über 1,2 Millionen Euro, der sich aus dem Wert des Diebesgutes in der Höhe von rund 818.000 Euro und einem Sachschaden von etwa 423.000 Euro zusammensetzt.

In Vorarlberg und Tirol verübten die Tatverdächtigen insgesamt 37 Einbruchsdiebstähle und erbeuteten dabei Diebesgut im Gesamtwert von rund 305.000 Euro, wobei sie hier noch einen Sachschaden in Höhe von nicht weniger als 115.000 Euro anrichteten.

Vorarlberger Abnehmer

Als Abnehmer des Kupfers und Altmetalls konnte ein österreichischer Altmetall-Kleinhändler aus Götzis ermittelt werden. Er wird beschuldigt, der Bande Kupfer und Altmetall im Wert von 220.000 Euro abgekauft zu haben. Er ist geständig, von den Rumänen größere Mengen Kupfer und Altmetall erworben und gewinnbringend weiterverkauft zu haben, bestreitet jedoch die großen Mengen. Bei Hausdurchsuchungen an den Firmen- und Privatadressen des Abnehmers konnten jedoch 69.000 Euro Bargeld, ein Porsche Panamera und ein Porsche Carrera 911 sichergestellt werden. Weiters wurden gefälschte Dokumente und Bankunterlagen sichergestellt, die eine hohe Liquidität des Abnehmers beweisen sollten. Dadurch gelang es ihm, von verschiedenen Privatpersonen Kredite im Gesamtumfang von rund 625.000 Euro zu erlangen.

Die gefälschten Unterlagen verwendete der Beschuldigte, um Aufschübe von eingeforderten Rückzahlungen an diese Privatpersonen zu erwirken. Ein Teil des gestohlenen Geldes brachte er in seine Firma ein, den anderen Teil verbrauchte er privat. Er wurde wegen Verdacht der Hehlerei und des schweren Betruges angezeigt und ebenfalls in die Justizanstalt Feldkirch eingeliefert. Besonders erwähnenswert ist die ausgezeichnete grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Polizisten der verschiedenen Kantone der Schweiz. Nur dadurch war es möglich, die Tätergruppe zu identifizieren und die Beschuldigten festzunehmen. VN-GS

Die meisten der Tatverdächtigen konnten festgenommen und in die Justizanstalt eingeliefert werden. Symbol/Polizei
Die meisten der Tatverdächtigen konnten festgenommen und in die Justizanstalt eingeliefert werden. Symbol/Polizei

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