Vorarlberg / 21.11.2022 • 17:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Philipp Tomaselli (Tomaselli Gabriel Bau) und Fridolin Welte.
Philipp Tomaselli (Tomaselli Gabriel Bau) und Fridolin Welte.

Unterschiedliche Positionen einer losen Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern sind in der aktuellen Ausstellung „3D ANALOG-/-DIGITAL“ vertreten. Die Galerie allerArt Bludenz beendet mit Arbeiten der Bulgarin Lidia Atanasova, der Slowakin Ema Krakovská, des Italieners Marco Palma sowie der Österreicher Kathrin Dörfler, Fridolin Welte und Gregor Titze ihr Ausstellungsjahr 2022. „Mit digitalen Werkzeugen sowie in Zusammenarbeit mit Partnern und Robotern werden künstlerische Objekte erdacht und produziert. Diesen computerdefinierten Werken steht eine Reihe analog gebauter Skulpturen mit täuschender Verwandtschaft gegenüber“, informiert der Verein allerArt in seiner Einladung zur Exposition. „Es ist sehr spannend, was mit dem 3D-Drucker im ästhetisch-künstlerischen Bereich gemacht werden kann“, meint Vereinsobmann Wolfgang Maurer.

Abschied als Kurator

„3D ANALOG -/- DIGITAL“ ist nicht nur die letzte Ausstellung des Vereins allerArt in diesem Jahr, sondern auch die letzte, die Kurator Manfred Egender für die Galerie in die Tat umgesetzt hat. Der Bregenzerwälder Künstler dankt im Rückblick seinem Chef Wolfgang Maurer, Andrea Bickel vom künstlerischen Betriebsbüro allerArt, dem Künstler Michael Mittermayer und dem Kunst- und Kulturjournalisten Karlheinz Pichler, der bei der kürzlichen Vernissage die Rede hielt. Nicht zu vergessen Simon Burtscher. „Er ist der technische Assistent bei den Auf- und Abbauarbeiten und ein wichtiger Helfer für uns“, unterstreicht Bickel.

Die Einladung, in der Galerie allerArt seine Arbeiten auszustellen, erging ursprünglich an Fridolin Welte. Er äußerte im Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen den Wunsch, diese Ausstellung auf mehrere Beine zu stellen und lud dann noch eine Reihe von internationalen Künstlerinnen und Künstlern dazu ein. „Der Raum scheint, wenn ich diese Ausstellung fertig sehe, ausgezeichnet zu den Werken zu passen“, so Maurer hoch erfreut. Den Artisten dankt er, dass sie ihre Werke für die Schau zur Verfügung gestellt haben.

Massivem Angriff ausgesetzt

„Es war das Ansinnen von mir gegen Ende hin, von diesen drei Jahren einen Spagat zu machen zwischen ganz aktuellen Unternehmungen in der Kunst und den analogen Sachen. Das ist hier gut geschehen“, stellte Manfred Egender zufrieden fest. Wehmütig nimmt er indessen zur Kenntnis, dass die Autonomie der Kunst einem „ganz massiven Angriff“ ausgesetzt ist. In den vergangenen drei Jahren sei dies in der internationalen Kunstszene auffällig gewesen. Es gehe mittlerweile sehr stark um Communitys und um gesellschaftliche Prozesse. Das Artefakt werde in den Hintergrund gerückt. „Es ist eine Attacke gegen die herkömmliche Kunstszenerie. Dann kommt vielleicht dazu, in dieser Aggression unschuldige und unpolitische Gemälde zu einem, für mich persönlich nicht nachvollziehbaren Protest zu verwenden. Diese engagierten Botschaften, die auf diese Gemälde geschüttet oder geklebt werden, scheinen ein hilfloser Aktionismus zu sein“, findet Egender. „Dieser Vandalismus setzt sich rasant fort.“

Mit Luka Jana Berchtold bekommt die Galerie allerArt nun eine Kuratorin. Manfred Egender habe die Latte für seine Nachfolgerin hoch gelegt, hieß es bei der kürzlichen Vernissage. allerArt-Obmann Wolfgang Maurer zeigte sich überzeugt: „Sie wird die Latte überspringen!“ SCO

Lidia Atanasova und Lena Grünbauer.
Lidia Atanasova und Lena Grünbauer.
Angelika Gassner, Aleksandra Pupovac, Bertram Seewald, Marcel Darnai und Fridolin Welte.
Angelika Gassner, Aleksandra Pupovac, Bertram Seewald, Marcel Darnai und Fridolin Welte.
Wolfgang Maurer und Manfred Egender.
Wolfgang Maurer und Manfred Egender.
Gregor Titze mit Heidi und Paul Son.
Gregor Titze mit Heidi und Paul Son.

Ausstellungsdauer in der Galerie aller Art, Am Raiffeisenplatz in Bludenz: 11.11. bis 30.12.2022, jeweils Mittwoch bis Sonntag sowie Feiertag von 15 bis 18 Uhr.

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