Eiskalt abserviert

Vorarlberg / 22.11.2022 • 21:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Flüchtlinge statt Eisproduktion: Eismanufaktur hat bereits 50.000 Euro in die Planung investiert.

Schwarzach, Wolfurt Den Ärger wird Katarina Rankovic (42) so schnell wohl nicht auf Eis legen. „Es einfach eine Sauerei was da passiert ist“, unterstreicht die Geschäftsführerin der Eismanufaktur Kolibri in Wolfurt. Rankovic wollte ihr Speiseeis künftig in Schwarzach produzieren, in der neuen Industrie- und Gewerbehalle, die i+R derzeit im Gewerbegebiet zwischen der Offsetdruckerei und Bischofberger Transporte errichtet. „Wir haben fünf Monate mit unserem Baumeister daran geplant, Hand in Hand mit i+R. Durch das Ganze sind uns bereits Kosten in Höhe von 50.000 Euro entstanden. Es wurde sogar schon die Abflussrinne für uns in die Bodenplatte integriert. Vor zwei Wochen hat es dann geheißen, es wird leider doch nichts“, erzählt Katarina Rankovic. Den Grund dafür erfuhr sie am Dienstag aus den Medien. Wie berichtet, plant das Land in der Halle eine Großunterkunft für rund 150 Flüchtlinge einzurichten. Auch die Gemeinde wurde laut Bürgermeister Thomas Schierle nicht vorab informiert und am Mittwoch der Vorwoche vor vollendete Tatsachen gestellt. Einem zweiten Unternehmen, das den Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, ging es gleich. Den Verantwortlichen wurde ebenfalls vor zwei Wochen mitgeteilt, dass sie den Umzug vergessen können. Die deutsche Firma wollte in Schwarzach ein Büro für Biomasse mit acht Arbeitsplätzen einrichten. Der Mietvertrag sei, wie bei Kolibri, noch nicht unterschrieben gewesen, es habe aber mündliche Zusage gegeben, außerdem sei man seit rund einem Jahr am Planen gewesen, berichtet ein Mitarbeiter den VN. „Unsere Vorgesetzten sind aus allen Wolken gefallen. Jetzt müssen wir uns was Neues suchen. Wohin die Reise geht, wissen wir noch nicht genau. Eventuell müssen wir nach Deutschland.“

„Bis zum Letzten“

Die Kolibri-Geschäftsführerin will sich diese Vorgehensweise jedenfalls nicht gefallen lassen. „Wir werden auf jeden Fall alles einklagen und bis zum Letzten gehen“, betont sie. „Wir stehen jetzt, was eine neue Produktionsstätte betrifft, wieder bei null. Es kostet auf der einen Seite Geld und auf der anderen Seite sehr viel Energie, so etwas zu planen. Schlussendlich ist die Gier nach Geld wohl irgendwo größer gewesen.“ Vn-ger

„Vor zwei Wochen hat es dann geheißen, es wird leider doch nichts.“

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.