Ein „Frei Day“ für eigene Ideen

Vorarlberg / 24.11.2022 • 19:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Familienverband und Landeselternverband wollen mehr Schulen für Initiative gewinnen.

Bregenz Es steht kein „Black“ davor, und auch sonst sehen die Initiatoren nicht schwarz. Im Gegenteil: Die Idee vom „Frei Day“ an Schulen soll sich auch in Vorarlberg verbreiten. In Deutschland wird die Initiative bereits an 80 Schulen und für 7800 Schüler durchgeführt. „Das nehmen wir uns zum Vorbild, um den Frei Day bei uns großflächig sichtbar zu machen und umzusetzen“, erklärt Andrea Moosbrugger vom Familienverband. Gemeinsam mit Birgit Walch vom Landeselternverband hat sie die Leitung dieses Projekts inne. Aktuell gibt es vier aktive Pilotschulen im Land, zwei planen die Einführung. „Der Frei Day eignet sich für alle Schultypen“, ergänzt Moosbrugger, und er umfasst alle: Volksschule, Mittelschule, Gymnasium und Handelsakademie. Hervorgetan hat sich bislang die Marktgemeinde Lustenau. Dort kamen rund 400 Kinder in den Genuss kreativer Freiräume. Am „Frei Day“ sind Schüler selbstgewählten Zukunftsfragen auf der Spur. Dafür erhalten sie Zeit und Platz. „Sie werden sofort aktiv, kreativ und auch gesellschaftlich wirksam“, berichtet Andrea Moosbrugger von Projekten für Frieden und Umwelt, Tierschutz, Aktionen für das Gemeinwesen und ein friedliches Zusammenleben, die dem Frei Day an den Pilotschulen entsprungen sind. Sie sieht Kreativität und Gemeinsinn ganz generell als Rohstoffe der Zukunft.

Mitspracherecht

Der Familienverband hat sich auf die Fahnen geheftet, allen Kindern eine zukunftsorientierte nachhaltige Bildung zu ermöglichen. Ein Mosaikstein soll der Frei Day sein. An vier Stunden in der Woche können sich Schülerinnen und Schüler entfalten, das Thema wählen, das ihnen wichtig ist. „Junge Menschen erhalten Mitsprache“, moniert Moosbrugger, dass es die an Schulen noch zu wenig gibt. Dabei wünschen sich laut dem Partizipations-Kompass der PH Vorarlberg 57 Prozent der Jugendlichen mehr Mitbestimmung bei der Auswahl von Unterrichtsthemen. Laut Moosbrugger sind auch die bis dato involvierten Pädagogen begeistert. Das schaffe positive Emotionen und ein gutes Lernklima.

Unterstützung wächst

Für sie ebenfalls erfreulich: Die Frei-Day-Initiative Vorarlberg bekommt immer mehr Unterstützer. So hat sie sich inzwischen mit der PH Tirol und Startschulen in Tirol zu „FREI DAY Westösterreich“ zusammengeschlossen. Familienverband und Landeselternverband wollen auch 2023 Pilotschulen aktiv mit einer Anschubfinanzierung unterstützen. „Die Zeit ist reif für zukunftsträchtige Bildungsinnovationen an Schulen“, bekräftigt Andrea Moosbrugger. VN-MM

Weitere Infos: www.schule-im-aufbruch.at, www.frei-day-org und insta@freiday.westösterreich

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