Er gab ein leuchtendes Beispiel

Vorarlberg / 27.11.2022 • 17:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Kraft seines Wirkens wird weiterleben.
Die Kraft seines Wirkens wird weiterleben.

Zum Tod von Pfarrer i. R. Pius Fäßler, Ehrenringträger der Gemeinde Au.

AU Am 15. November 2022 verstarb Pfarrer i. R. Cons. Pius Fäßler wenige Tage nach seinem 89. Geburtstag. Er war Ehrenringträger der Gemeinde Au und langjähriger Obmann des Krankenpflegevereins Au. Durch seinen unermüdlichen Einsatz und seine große Liebe zu den Menschen wirkte er weit über die Pfarrgrenzen hinaus.

Meilensteine seiner Arbeit waren 1981 der Wechsel in der Krankenpflege von den Kreuzschwestern aus Hall zur geistlichen Familie „Das Werk“, die Planung und Errichtung des neuen Hauses St. Josef als Spital und Altersheim sowie der Zusammenschluss der Krankenpflegevereine zum Sozialsprengel Hinterwald. Der Kreis zum Haus St. Josef hat sich im Mai 2001 geschlossen, als Pius Fäßler dort eingezogen ist und dort bis zu seiner letzten Stunde umsorgt wurde.

Auch nach seiner Pensionierung setzte er sich im Pfarrverband um die Kanisfluh ein und war stets zu Aushilfen und seelsorgerischen Diensten bereit. Dekan Georg Willam führte zum Tod von Pfarrer Pius Fäßler aus: „Was ihn überall beliebt gemacht hat, war wohl auch seine Bescheidenheit. Er hat sich nirgends aufgedrängt, er war einfach da.“ Und weiter: „Sein geistiges Erbe an uns würde lauten: Bei den Menschen sein. Als gläubige Christen wollen wir aktiv am Leben und Schicksal unserer Mitmenschen teilnehmen. Ein Gott verbundenes Leben führen. Das Gebet intensiv pflegen. Die Gottesdienste, vor allem die Sonntagsmesse mit Freude mitfeiern. Und die Bescheidenheit, die Demut. Das ist der Königsweg in den Himmel.“

Pius Fäßler wurde am 12. November 1933 in Sulzberg/Rotgschwend geboren. Seine Schulzeit fiel in die Kriegswirren. Er war ein guter Schüler und wechselte nach der Volksschulzeit ins Gymnasium nach Bregenz. Nur durch große Entbehrungen seiner Familie konnte ihm der Besuch des Gymnasiums und sein Studium ermöglicht werden. Die „Burobüble“, besonders aus dem Bregenzerwald, haben sich zusammengeschlossen und gegenseitig unterstützt, woraus lebenslange Freundschaften entstanden. Im Jahre 1954 maturierte Pius Fäßler, anschließend studierte er am Priesterseminar in Innsbruck. Eine seiner schwersten Stunden war der allzu frühe Tod seiner Mutter am 1. April 1959 – drei Monate vor seiner Priesterweihe. Diese feierte er am 29. Juni 1959 in Dornbirn St. Martin, am 12. Juli 1959 folgte die Primiz in seiner Heimatgemeinde Sulzberg. Seine erste Wirkungsstätte führte ihn als Kaplan für drei Jahre nach Bregenz St. Gebhard und anschließend bis 1970 nach Wolfurt.

Seine zweite Heimat wurde 1970 Au, wo er als der neue Pfarrer willkommen geheißen wurde. Als Seelsorger war neben der Pfarre Au auch die Kuratie in Rehmen zu betreuen. Fast 40 Jahre, bis 2009, blieb Pius Fäßler für die Pfarre Au zuständig und er war vielen Menschen ein ständiger Begleiter vom Beginn ihres Lebens bis zum Ende. Damals übergab er die Pfarre an Dekan Georg Willam. Während seiner Zeit als Pfarrer wurden viele Bauvorhaben umgesetzt. Auch die Mitarbeit von Laien im Pfarrgemeinderat wurde eingeführt. 1970 bis 1993 war er zusätzlich als Religionslehrer tätig.

Nach einem Spitalsaufenthalt im Sommer ließen die Kräfte von Pius Fäßler immer mehr nach und er starb am 15. November 2022. Bis zuletzt blieb er seinem Primizspruch: „Aus den Menschen genommen um zum heiligen Dienst vor Gott für die Menschen bestellt“, treu.

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