„Kein Zug, nichts los“

Vorarlberg / 28.11.2022 • 22:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Busfahrerin Cici Krunesic war am Montag im Frühverkehr unterwegs.
Busfahrerin Cici Krunesic war am Montag im Frühverkehr unterwegs.

Lokführerstreik: So sah es am Montagvormittag an Vorarlberger Bahnhöfen aus.

Bregenz, Dornbirn Streikende Lokführer haben am Montag für einen österreichweiten Komplettausfall des Zugverkehrs gesorgt. Bis auf die Montafonerbahn standen auch in Vorarlberg alle Züge still. Die Menschen ließen sich davon aber offenbar nicht aus der Ruhe bringen.

Montagmorgen gegen 9 Uhr am Bahnhof Bregenz: Die Bahnsteige sind wie leergefegt. Auch darüber hinaus ist es ungewöhnlich ruhig. Auf Zetteln, die an der großen Fahrplantafel aufgeklebt sind, und auf den Anzeigetafeln am Bahnsteig ist zu lesen: „Hier wird gestreikt“ bzw. „Warnstreik der Gewerkschaft. Zugverkehr eingestellt.“ Über die Lautsprecher meldet sich in regelmäßigen Abständen eine Stimme zu Wort, die darauf aufmerksam macht, dass von Mitternacht bis 24 Uhr keine Züge fahren.

„Ein bisschen mehr“

„Kein Zug, nichts los“, bringt es ein Mann, der am Bahnhof arbeitet, auf den Punkt. In der Früh sei vielleicht am Busbahnhof etwas mehr los gewesen, ergänzt einer seiner Kollegen, ansonsten sei es aber ein normaler Tag. Das bestätigt auch Busfahrerin Cici Krunesic, die gerade eine Pause zwischen zwei Fahrten hat. „Ein bisschen mehr Betrieb als sonst war in der Früh schon. Komischerweise waren auch relativ viele Leute dabei, die nicht mitbekommen haben, dass heute keine Züge fahren“, merkt die Bregenzerin mit einem Schmunzeln an. Derart überfüllt, dass niemand mehr einsteigen konnte, seien die Busse aber nicht gewesen. „Auf der Straße war, glaube ich, mehr los, da viele mit dem Auto gefahren sind.“

Einige der Fahrgäste sind mangels Alternativen auf Taxis ausgewichen. Josef Haller war mit seinem City Taxi in der Früh schon in St. Margrethen und Lindau. „Eine Frau wollte zurück nach St. Gallen. Von St. Margrethen konnte sie den Zug nehmen“, erläutert der Taxifahrer. Grundsätzlich sei die Lage heute aber nur unwesentlich anders als an anderen Tagen. „Wir haben am Morgen allgemein viele Fahrten.“ Auch der Verkehr durch Bregenz habe sich entgegen den Erwartungen in Grenzen gehalten. Ein Kollege, der eine Fahrt nach Feldkirch absolvierte, hatte weniger Glück. „Der hatte auf der Rückfahrt total Stau“, berichtet Josef Haller.

Gestrandet

Am Bahnhof Dornbirn stellt sich die Situation gegen 10 Uhr ähnlich dar. Es seien schon ein paar Kunden da gewesen, die versucht haben mit dem Zug zu fahren, sagt einer, der hier arbeitet. Es hätten aber alle Verständnis gezeigt. Eine dieser Kunden ist Claudia Herzberg. Die Frau aus der Nähe von München hat das Wochenende in Vorarlberg verbracht. Jetzt steht sie mit einem roten Rollkoffer bei der Einfahrt zum Parkplatz. Sie sei hier „mehr oder weniger gestrandet“, erzählt sie. „Ich habe es gestern in der ÖBB-App gesehen, dass heute gestreikt wird. Lästig ist es schon. Jetzt fahre ich halt mit dem Flix-Bus nach Lindau. Von dort komme ich mit dem Zug weiter.“ VN-ger

„Lästig ist es schon. Jetzt fahre ich halt mit dem Flix-Bus nach Lindau.“

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo: Die Bahnsteige am Bahnhof Bregenz waren wie leergefegt. VN/Paulitsch
Es fährt ein Zug nach Nirgendwo: Die Bahnsteige am Bahnhof Bregenz waren wie leergefegt. VN/Paulitsch
Josef Haller steuerte am Montag St. Margrethen und Lindau an.
Josef Haller steuerte am Montag St. Margrethen und Lindau an.
In Dornbirn wurde auf Anzeigetafeln über den Streik informiert.
In Dornbirn wurde auf Anzeigetafeln über den Streik informiert.

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