Rüscher plädiert für Ende von 3G in Spitälern

Vorarlberg / 28.11.2022 • 21:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rüscher kann sich eine regulierte Cannabis-Abgabe vorstellen.DPA
Rüscher kann sich eine regulierte Cannabis-Abgabe vorstellen.DPA

Gesundheitslandesrätin wünscht sich Reaktion von Bundesseite.

Bregenz Wie der deutsche Virologe Christian Drosten sieht auch die Vorarlberger Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) Signale in Richtung eines Endes der Covid-Pandemie: „Wir greifen das auch auf, indem wir unsere Strukturen langsam in ein Regelsystem überführen“, erklärt sie bei Vorarlberg LIVE. Die Zahlen über die Krankenhausbelegungen würden ihr dabei recht geben, nachdem diese – im Gegensatz zu den Neuinfektionen – nicht ansteigen würden.

Auch aus diesem Grund wünscht sie sich ein Ende der 3G-Regel für Mitarbeiter von Spitälern und Pflegeeinrichtungen. Wer nicht gültig geimpft oder genesen ist, muss im Moment regelmäßig ein negatives Testergebnis vorlegen. Das soll sich, wenn es nach Rüscher geht, ändern: „Ich fordere den Bund aktiv auf, diesen Schritt zu gehen.“ Mit einer Impfung könne man sich selbst schützen, „aber man reduziert das Risiko der Übertragung nicht auf null“. Sie stehe aber prinzipiell weiter zur Maske, „das ist ein ausgezeichneter Schutz auch gegen viele andere übertragbare Krankheiten“. Sie stehe zu einem Freiwilligenprinzip. „Es ist auch ein Zeichen der Höflichkeit gegenüber anderen.“

„Erfolgsrezept“ Eltern-Kind-Pass

Zuversichtlich ist Rüscher, dass die Tarifverhandlungen über den Eltern-Kind-Pass mit der Gesundheitskasse erfolgreich ablaufen werden. Deren Obmann kritisierte am Sonntag den Regierungsbeschluss dazu: „Wir fühlen uns nicht ernst genommen.“ Rüscher betont, davon überrascht gewesen zu sein, aber „das Gesundheitsministerium wird das gut klären“.

Dem Ärztemangel möchte Rüscher vor allem mit „gutem Nachwuchs“ entgegenwirken. Dazu zähle auch eine Veränderung des Aufnahmeprozesses für das Studium, „dass wir motivierte, sozial engagierte Menschen bevorzugen“. Außerdem müssten bereits ausgebildete Ärztinnen und Ärzte stärker in die Versorgung einsteigen.

„Um ein paar Wochen Zeit“ bittet die Gesundheitslandesrätin, was das Nachfolgemodell für den einzigen Abtreibungsarzt in Vorarlberg, Benedikt-Johannes Hostenkamp in Bregenz, betrifft. Vor Ende des Jahres solle es eine Lösung im niedergelassenen Bereich geben, mutmaßlich beruhend auf Ärztinnen, die sich freiwillig gemeldet haben. Rüscher betont bei VN-Chefredakteur Gerold Riedmann aber auch ihre persönliche Haltung: „Mir ist wichtig, dass möglichst jedes Kind auf die Welt kommt. Wenn aber kein anderer Ausweg bleibt, ist es meine Aufgabe als Gesundheitslandesrätin, ein medizinisch sicheres Ambiente anbieten zu können.“

Wir müssen den Punkt angehen, dass wir die 3G-Regel für die Mitarbeiterenden in Alten- und Pflegeheimen und Spitälern beenden.

Martina Rüscher war live aus dem Landhaus zugeschaltet.
Martina Rüscher war live aus dem Landhaus zugeschaltet.

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