Trotz Streik herrschte am Terminal Wolfurt Betriebsamkeit

Vorarlberg / 28.11.2022 • 19:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Terminal Wolfurt gab es am Streiktag einen eingeschränkten Betrieb. Alle Schlüsselpositionen waren besetzt. Auch der Check-in-Schalter.
Am Terminal Wolfurt gab es am Streiktag einen eingeschränkten Betrieb. Alle Schlüsselpositionen waren besetzt. Auch der Check-in-Schalter.

Eingeschränkter Betrieb, weil viele mit angepackt haben.

WOLFURT Ein halbes Dutzend Lkw-Fahrer warten am Schalter des Terminal Wolfurt auf grünes Licht. Sie wollen Container abladen. Red- Bull-Dosen aus Nenzing, Beschläge von Blum aus Höchst: An manchen Tagen seien es 150 Lkw, die in meist weniger als 30 Minuten abgefertigt werden, an anderen bis zu 220, erklärt Terminalleiter Robert Steger. Heute waren die Vorzeichen andere. Der Bahnstreik trifft auch den Güterverkehr.

„Lasse Kollegen nicht im Stich“

Vom Check-in-Schalter geht es für die Fahrer weiter zu einem Terminal-Mitarbeiter im Außenbereich. Andreas Falschlunger schiebt hier Dienst. „Für mich war klar, dass ich arbeiten werde, wenn der Schalter besetzt ist. Ich lasse meine Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich“, erklärt der ÖBB-Mitarbeiter, warum er trotz Streik arbeitet. Wie Falschlunger denken offenbar viele. Jeder Zweite, so Terminal-Chef Steger, helfe mit, den Betrieb aufrecht-zuhalten.

Es ist ein eingeschränkter Betrieb, wie Steger beim Lokalaugenschein mit den VN einräumt. Erst am späten Sonntagabend habe sich überhaupt die Möglichkeit dazu abgezeichnet. Alle Schlüsselpositionen seien mit Mitarbeitern besetzt. Er rechne damit, dass bis zu 70 Prozent des üblichen Umschlages machbar seien. Wobei freilich nur Container abgeladen und Leercontainer wieder aufgeladen würden. Züge fahren keine. Weil lange nicht klar war, was am Montag passieren würde, seien viele Spediteure das Risiko erst gar nicht eingegangen und hätten keine Container geschickt, sagt Robert Steger. Das spielt dem Rumpfteam in die Hände. Die Wartezeiten sind kaum länger als sonst.

Verständnis auch für Streikende

Terminalchef Steger freut sich über jeden Mitarbeiter, der anpackt. Das Team sei in der Coronazeit zusammengewachsen. Freilich habe er aber auch für jeden Verständnis, der streikt. „Da muss jeder selbst entscheiden, was er macht. Für mich war klar, dass ich arbeiten werde. Ich habe hier die Verantwortung für alle zu tragen“, so Steger.

Es ist längst kein gewöhnlicher Tag am Güterterminal. Die Normalität wird aber rasch zurückkehren. 60 Züge fahren pro Woche ab Wolfurt. Mit Streik-Ende wird es ein bis zwei Tage dauern, bis alles wieder im Takt ist. Für die Kunden sollte es keine Auswirkungen haben, sagt Steger. „Wenn ein Container einen Tag später im Hafen ankommt, sollte das nichts ausmachen.“ So knapp werde meist nicht kalkuliert. VN-MIG

Robert Steger ist Terminalleiter in Wolfurt. Die Entscheidung, ob ein Betrieb überhaupt möglich ist, sei kurzfristig gefallen.
Robert Steger ist Terminalleiter in Wolfurt. Die Entscheidung, ob ein Betrieb überhaupt möglich ist, sei kurzfristig gefallen.
Andreas Falschlunger war trotz Streik im Dienst. „Ich wollte meine Kolleginnen und Kollegen, die arbeiten, nicht im Stich lassen.“ VN/gasser
Andreas Falschlunger war trotz Streik im Dienst. „Ich wollte meine Kolleginnen und Kollegen, die arbeiten, nicht im Stich lassen.“ VN/gasser

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