Bund baut Asylzelte ab

Vorarlberg / 29.11.2022 • 20:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Zelte in Dornbirn blieben verpackt.
Die Zelte in Dornbirn blieben verpackt.

Bundesagentur sieht Vorarlberg auf dem richtigen Weg. Gantner will Container statt Hallen.

Schwarzach 16 der 96 Vorarlberger Gemeinden beherbergten im Oktober keine Kriegsvertriebenen. Wie viele es heute sind, beantwortet die Landesregierung nicht. „Mir ist und war ein enges Miteinander immer sehr wichtig“, sagt der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP). Man befinde sich mit den einzelnen Gemeinden und Bürgermeistern in Abstimmung. Ziel sei es, vor allem kleinere Quartiere zu finden oder bestehende zu erweitern. Von Hallen sieht Gantner vorerst ab. „Ein konkretes Projekt in der Größenordnung von Schwarzach gibt es derzeit nicht.“ Dort hatte die geplante Anmietung einer Gewerbehalle hohe Wellen geschlagen. Bürgermeister Thomas Schierle sah sich übergangen. Der Grundstückseigentümer erteilte dem Projekt am Ende eine Absage. 

Ausgeschlossen scheinen Hallen trotzdem nicht. Wie die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP) vergangene Woche berichtete, prüft die Stadt derzeit noch Optionen. Im Messeareal sieht sie allerdings keine. Vizebürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) könnte sich dort zwar eine Übergangslösung vorstellen, kleine Quartiere seien allerdings deutlich zu bevorzugen.

Gantner bringt wie einst im Oktober wieder Wohncontainer ins Spiel. „Sie sind auch eine Lösung. Denn alles ist besser als Zelte. Wir haben Container in eigenem Besitz. Aktuell laufen Gespräche über entsprechende Standorte“, erklärt er am Dienstag. Bis Jahresende möchte der Landesrat noch 150 Plätze schaffen. In den vergangenen Wochen seien bereits 200 hinzugekommen. Um die vom Bund vorgegebene Quote zu erfüllen – derzeit liegt Vorarlberg bei rund 70 Prozent – wären allerdings bis zu 1000 neue Plätze nötig. Im Land leben derzeit über 3000 Schutzsuchende in der Grundversorgung, mehr als die Hälfte davon aus der Ukraine. 

Dem Bund scheinen die Fortschritte unterdessen zu genügen. „Das Land Vorarlberg hat neue Plätze eröffnet und die Übernahme von Flüchtlingen stark gesteigert“, erklärt Thomas Fussenegger, Sprecher der Bundesbetreuungsagentur. Daher würden die Zelte auf dem Areal der Polizeischule in Feldkirch wieder abgebaut. Heute, Mittwoch, soll es in den Morgenstunden bereits so weit sein. Die Zelte verblieben nicht in der Stadt. Ebenso die in Dornbirn vorübergehend gelagerten Zelte sind schon wieder weg. „Vorarlberg ist auf dem richtigen Weg“, sagt Fussenegger im VN-Gespräch.  VN-ebi, ram, rau, reh

„Container sind eine Lösung. Wir haben welche in eigenem Besitz. Alles ist besser als Zelte.“

Container sind wieder eine Option. VN
Container sind wieder eine Option. VN
Aufgebaut und nicht bezogen: Die Zelte in Feldkirch werden abgebrochen.VN/RHomberg
Aufgebaut und nicht bezogen: Die Zelte in Feldkirch werden abgebrochen.VN/RHomberg
Bund baut Asylzelte ab

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