Warum für Flüchtlinge in Klöstern oft kein Platz ist

Vorarlberg / 29.11.2022 • 14:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Kloster Gwiggen seien die verfügbaren Flüchtlingsplätze längst vergeben, sagt Äbtissin Hildegard Brem. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Im Kloster Gwiggen seien die verfügbaren Flüchtlingsplätze längst vergeben, sagt Äbtissin Hildegard Brem. VN/Paulitsch

Bei der Kirche ist laut Diözese Feldkirch trotzdem einiges im Gange.

Schwarzach Die Flüchtlingszahlen schießen in die Höhe. Das Land sucht verzweifelt nach neuen Unterkünften. Die Pläne, eine in Bau befindliche Gewerbehalle in Schwarzach zu einem Großquartier für rund 150 Flüchtlinge umzufunktionieren, mussten wie berichtet nach einem Hickhack mit der Gemeinde und den Grundeigentümern ad acta gelegt werden.

Das ehemalige Schwesternhaus im Sacré Coeur Riedenburg wurde unlängst für geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine zur Verfügung gestellt.
Das ehemalige Schwesternhaus im Sacré Coeur Riedenburg wurde unlängst für geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine zur Verfügung gestellt.

In der Vorwoche fehlten knapp 900 Betten, um die Quote zu erfüllen. Der zuständige Landesrat Christian Gantner betonte schon mehrfach, dass es als Überbrückungslösungen weitere Hallen brauchen werde. Viel Platz gäbe es auch in Klöstern oder anderen Räumlichkeiten der Kirche, allerdings nicht unbedingt für Flüchtlinge.

Wohungen und Häuser

Bei der Kirche sei und war in Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen einiges im Gange, bekräftigt die Sprecherin der Diözese Feldkirch, Veronika Fehle. Aktuell leben etwa in einem Haus der Stiftung Jugend und Leben geflüchtete Familien. Zuletzt habe man das ehemalige Schwesternhaus im Sacré Coeur Riedenburg für geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine zur Verfügung gestellt. Auch in Wohnungen der Diözese seien Menschen auf der Flucht untergebracht. „Es gibt auch immer wieder Eigeninitiativen einzelner Priester, die Geflüchtete aufnehmen. Außerdem wird jetzt ein Brief an die Pfarren verschickt mit der Bitte, die eigene Pfarre nach Räumen ‚abzuklopfen’, die dann der Caritas gemeldet werden können“, ergänzt Fehle.

Etwas schwieriger gestalte sich die Sache bei den Klöstern. Die seien zwar groß, gleichzeitig aber oft einfach baulich nicht geeignet. „Zum anderen sind Klöster sehr oft auch Bildungseinrichtungen mit gebuchten Seminaren und Veranstaltungen, die die Räume für Übernachtungsgäste nutzen“, gibt die Sprecherin der Diözese zu bedenken.

Das Kloster in Lauterach sei räumlich schwierig trennbar, sagt der Bürgermeister. <span class="copyright">VN </span>
Das Kloster in Lauterach sei räumlich schwierig trennbar, sagt der Bürgermeister. VN

Das bestätigt auch der Lauteracher Bürgermeister Elmar Rhomberg. Man habe sich das Kloster in der Gemeinde schon vor ein paar Jahren angeschaut, es allerdings für ungeeignet befunden, weil das Gebäude, das aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, räumlich schwierig trennbar sei.

“Längst vergeben”

Äbtissin Hildegard Brem vom Kloster Mariastern-Gwiggen in Hohenweiler ist die Sprecherin der Orden im Land. Einen vollständigen Überblick, in welchen Vorarlberger Klöstern Flüchtlinge untergebracht sind, habe sie nicht, sagt sie. Bei ihr im Kloster seien die verfügbaren Flüchtlingsplätze jedenfalls längst vergeben. Unter anderem lebe in einer von drei Wohnungen schon seit sehr vielen Jahren ein Bosnienflüchtling in Gwiggen. „Zwischendurch hatten wir auch immer wieder andere Flüchtlingsfamilien. Momentan haben wir auch eine sozial schwache Frau aufgenommen, die keine Wohnung hatte“, ergänzt Schwester Hildegard.

Hildegard Brem ist Äbtissin im Kloster Mariastern-Gwiggen.
Hildegard Brem ist Äbtissin im Kloster Mariastern-Gwiggen.

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