Auslandspraktikum? Das würde Lisa Maria Schnetzer jederzeit wieder machen, weil …

Vorarlberg / 30.11.2022 • 08:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Auslandspraktikum? Das würde Lisa Maria Schnetzer jederzeit wieder machen, weil ...
In ihrer Freizeit hat Lisa Maria Schnetzer Killarney und die Umgebung von Kerry erkundet. Schnetzer

Mit dem EU-Projekt “Erasmus + Berufsbildung” können Lehrlinge und SchülerInnen ein Praktikum im Ausland absolvieren.

Gaißau, Hohenems Diese Erfahrung mag Lisa Maria Schnetzer nicht missen und sie würde es sofort noch einmal machen. Wenn die Gaißauerin über ihr Auslandspraktikum im Rahmen des Erasmus+ Berufsbildungs-Projektes spricht, leuchten ihre Augen auf. Die 17-Jährige war im Frühling dieses Jahres etwas über vier Wochen in Irland. Im Cahernane House Hotel in Killarney wurde sie hauptsächlich im Service eingesetzt. „Morgens war ich für das Frühstücksbuffet zuständig. Um 17 Uhr etwa begann wieder mein Dienst. Da habe ich Gäste bedient und anstehende Serviceaufgaben erledigt“, erzählt die Jugendliche, die eine Lehre zur Hotel- und Gastgewerbeassistentin im Alpen Hotel Post in Au macht. Vom EU-Projekt hat sie in der Berufsschule erfahren.

Auslandspraktikum? Das würde Lisa Maria Schnetzer jederzeit wieder machen, weil ...
Etwas über vier Wochen hat Lisa Maria Schnetzer ihr Auslandspraktikum im Cahernane House Hotel in Killarney, Irland, gemacht. Schnetzer

„Lisa Maria Schnetzer war der erste Lehrling, der über das EU-Projekt Erasmus+ für Berufsbildung ins Ausland ging“, erklärt Projektorganisatorin Elisabeth Schmid. Inzwischen haben bereits 29 Lehrlinge und Schüler über dieses Projekt ein Praktikum im Ausland gemacht.

Fördertopf noch nicht ausgeschöpft

Die EU unterstützt dieses Projekt finanziell großzügig, erklärt die ehrenamtliche Obfrau der VHS Hohenems weiter. „Die Volkshochschule hat für das Jahr 2022 fast 100.000 Euro für Auslandspraktika erhalten. Noch sind nicht alle Fördermittel verbraucht. Es würde mich freuen, wenn sich interessierte Lehrlinge und Lehrlingsbetreuer bei mir bzw. in der VHS Hohenems melden würden.“ Dass bisher nur Lehrlinge sowie Schülerinnen und Schüler aus dem Tourismusbereich ihre Berufserfahrungen im Ausland gesammelt haben, findet Elisabeth Schmid schade.

Elisabeth Schmid, Projektorganisatorin: "Wir haben fast 100.000 Euro für Auslandspraktika erhalten. Noch sind nicht alle Fördermittel aufgebraucht."
Elisabeth Schmid, Projektorganisatorin: "Wir haben fast 100.000 Euro für Auslandspraktika erhalten. Noch sind nicht alle Fördermittel aufgebraucht."

Ein Konsortium, bestehend aus Collini, Z-Werkzeugbau, Stadt Hohenems, Tourismusschule und Gascht, arbeitet zusammen, um dieses Berufsbildungsprogramm bekannter zu machen. „Es ist für mich sehr schwierig an die Lehrlingsbetreuer der verschiedenen Betriebe zu kommen. Ich habe die Wirtschaftskammer gebeten, uns bei der Projektverbreitung zu unterstützen bzw. Konsortiumsmitglied zu werden. Doch die Wirtschaftskammer Vorarlberg ist noch zurückhaltend“, bedauert Schmid die fehlende Unterstützung. Denn in anderen Bundesländern arbeite die Wirtschaftskammer mit.

Das Praktikum kann während der Lehre oder innerhalb eines Jahres nach dem Lehrabschluss gemacht werden. Geht das Auslandspraktikum während der Lehre über die Bühne, erhalten die Lehrlinge die Lehrlingsentschädigung weiter. Die Betriebe werden durch das Auslandspraktikum nicht finanziell belastet. Sie können die Lehrlingsentschädigung bei der Wirtschaftskammer zurückfordern. Sie müssen nur den Lehrling freistellen. „20 Prozent des Budgets darf sogar für Nicht-EU-Länder verwendet werden“, informiert Elisabeth Schmid.

Praktikum wiederholen

Blickt Lisa Maria Schnetzer knapp ein halbes Jahr später zurück, würde sie ihr Auslandspraktikum noch einmal machen. „Mir hat es wirklich sehr gut gefallen.“ Sie war mit ihrer Unterkunft und ihrem Betrieb zufrieden. Das ganze Team war äußerst freundlich, und auch wenn sie ihr Praktikum alleine absolviert hat, hat sich die 17-Jährige bei der Arbeit nie alleine gefühlt. „Schlussendlich bin ich irgendwo sogar froh, dass ich es allein absolviert habe, da ich an dieser Situation sehr gewachsen bin und sich meine Sprachkünste auf jeden Fall sehr verbessert haben.“

Wie hat dir dein Praktikum gefallen?

<strong>Franziska Koneberg, Bregenz, 21:</strong> Für das Praktikum habe ich mich entschieden, weil ich schon immer gerne gereist bin. Ich war fünf Wochen in einem Hotel auf der Insel Korsika. Ich durfte interessante Leute kennenlernen und habe nochmals ganz neue Einblicke in den Beruf "Hotel- und Gastgewerbeassistentin" bekommen. Ich würde jederzeit ein zweites Praktikum machen. Die Erfahrungen, die man mitnimmt, sind unbezahlbar.
Franziska Koneberg, Bregenz, 21: Für das Praktikum habe ich mich entschieden, weil ich schon immer gerne gereist bin. Ich war fünf Wochen in einem Hotel auf der Insel Korsika. Ich durfte interessante Leute kennenlernen und habe nochmals ganz neue Einblicke in den Beruf "Hotel- und Gastgewerbeassistentin" bekommen. Ich würde jederzeit ein zweites Praktikum machen. Die Erfahrungen, die man mitnimmt, sind unbezahlbar.
<strong>Adrian Bargehr, Silbertal, 17: </strong>Das Praktikum ist ein Teil der Ausbildung an den Tourismusschulen Bludenz. Diesen Sommer war ich acht Wochen an der Rezeption des Hotels Krønasår The Museum Hotel im Europapark in Rust, Deutschland. Bereits nach zwei Tagen durfte ich viel Verantwortung übernehmen. Ich war sehr glücklich dort und habe meinen zukünftigen Arbeitgeber bereits gefunden.
Adrian Bargehr, Silbertal, 17: Das Praktikum ist ein Teil der Ausbildung an den Tourismusschulen Bludenz. Diesen Sommer war ich acht Wochen an der Rezeption des Hotels Krønasår The Museum Hotel im Europapark in Rust, Deutschland. Bereits nach zwei Tagen durfte ich viel Verantwortung übernehmen. Ich war sehr glücklich dort und habe meinen zukünftigen Arbeitgeber bereits gefunden.
<strong>Magdalena Schlierenzauer, Lustenau, 18:</strong> Ich finde das Praktikum ist eine sehr gute Möglichkeit, die Küche sowie Kultur eines anderen Landes kennenzulernen. Mein sechswöchiges Praktikum habe ich in Irland, in Killarney im Cahernane House Hotel absolviert. Ich habe sehr viel gelernt. Auch mein Englisch hat sich sehr verbessert. Ich würde das Praktikum auf jeden Fall noch einmal machen.
Magdalena Schlierenzauer, Lustenau, 18: Ich finde das Praktikum ist eine sehr gute Möglichkeit, die Küche sowie Kultur eines anderen Landes kennenzulernen. Mein sechswöchiges Praktikum habe ich in Irland, in Killarney im Cahernane House Hotel absolviert. Ich habe sehr viel gelernt. Auch mein Englisch hat sich sehr verbessert. Ich würde das Praktikum auf jeden Fall noch einmal machen.

Informationen zum EU-Projekt “Erasmus+ Berufsbildung” in der VHS Hohenems, 05576/73383; Montag-Freitag: 8:30-12:30 Uhr; info@vhs-hohenems.at 

Eckdaten zum EU-Projekt “Erasmus+ Berufsbildung”

Mindestzeit 14 Tage – Höchstdauer 365 Tage

Finanzielle Unterstützung:

• Fahrtkostenpauschale – richtet sich nach der Entfernung, Green Travel wird zusätzlich unterstützt

• Taggeld – richtet sich nach dem Aufnahmeland

• Lehrlinge mit Handicaps (körperliche, Lernverzögerung, aus finanziell schwachen Verhältnissen, Herkunft, Migrationshintergrund, Flüchtling …) erhalten eine höhere Unterstützung

• Begleitpersonen werden ebenfalls finanziell unterstützt – Fahrkostenpauschale und Taggeld

• Vorbereitende Besuche werden mit 575 Euro unterstützt, Lehrlingsbetreuer kann vorab einen Besuch im Aufnahmebetrieb im Ausland absolvieren

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