Gasthaus Helvetia weicht neuer Wohnanlage

Vorarlberg / 30.11.2022 • 16:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So soll die neue Wohnanlage Helvetia aussehen, wenn sie fertiggestellt ist.Nägele
So soll die neue Wohnanlage Helvetia aussehen, wenn sie fertiggestellt ist.Nägele

Traditionslokal knapp ein Jahr nach Schließung abgerissen.

Dornbirn Über 145 Jahre war das „Helvetia“ ein beliebter Treffpunkt für Gasthausbesucher aus nah und fern und der Familienbetrieb konnte in dieser Zeit zahlreiche Stammgäste begrüßen. Nun wurde das Traditionsgasthaus abgebrochen und wird durch eine Wohn- und Geschäftsanlage ersetzt.

Eine Flädlesuppe und ein Schweinesteak „Jäger Art“ mit Nudeln war am letztjährigen Silvesterabend das letzte Menü, welches in der Helvetia den Gästen serviert wurde. Im Anschluss wurden die Türen für die Besucher geschlossen – für immer. Dabei begann die Geschichte bereits im Jahre 1836, als das Gasthaus „Zum Wildenmann“ errichtet wurde. 40 Jahre später eröffnete Josef Anton Thurnher die Schankwirtschaft zur Helvetia und genau zur Hunderjahrfeier im Jahr 1936 wurde der überdachte Gastgarten mit den einladenden Lauben angebaut.

Sure Räba und Hafoloab

Vier Generationen lang verwöhnte die Eigentümerfamilie die Gäste mit bodenständiger Küche und gerne ging Wirtin Waltraud Lercher auch immer wieder auf die Sonderwünsche ihrer Gäste ein. So gab es ganz individuell, je nach Jahreszeit „Sure Räba und Hafoloab“ oder Nierle und Leber zusätzlich auf der Speisekarte. „Leider geht aber alles irgendwann zu Ende und so ist es jetzt auch pensionsbedingt mit der Helvetia“, so Wirtin Waldtraud Lercher nachdem sie ihre Kinder nicht für den Fortbestand begeistern konnte. In den letzten Monaten wurde nun das letzte Hab und Gut aus dem ehrwürdigen Gasthaus abtransportiert, ehe nun die Bagger aufgefahren sind.

Wohn- und Geschäftsanlage

Unter dem Titel „Wohn- und Geschäftsanlage Helvetia“ errichtet die Firma Nägele Wohn- und Projektbau insgesamt vier Gebäude, davon drei Mehrfamilienwohnhäuser und ein Einfamilienhaus. Zwei der Mehrfamilienhäuser werden dabei von Nägele Wohnbau als Bauträger ausgeführt und es entstehen 23 Eigentumswohnungen mit Zwei-,
Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen sowie einer Geschäftseinheit.

In der Anlage gelangen ein umweltfreundliches Biomasseheizystem über das Nahwärmenetz sowie eine Photovoltaikanlage zur Ausführung. Für die E-Mobilität stellt Nägele gemeinsam mit der Vkw die Infrastruktur für den Betrieb von Ladestationen bereit.

Für die 23 Wohnungen und die Geschäftsfläche stehen 30 Parkplätze, drei Doppelparkplätze und vier Motorradabstellplätze in der Tiefgarage zur Verfügung. Für Fahrräder gibt es eigene Abstellplätze. „Baubeginn für die neue Anlage ist für Anfang 2023 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2024“, so Michael Kieber von Nägele Wohn- und Projektbau. MIMA

Das vor über 140 Jahren erstmals eröffnete Gasthaus wurde jetzt abgerissen.Mima
Das vor über 140 Jahren erstmals eröffnete Gasthaus wurde jetzt abgerissen.Mima

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