Aufruhr nach Hunde-Attacken in Klaus

Vorarlberg / 01.12.2022 • 22:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mali-Schäferhunde werden gerne als Polizeihunde eingesetzt, in Klaus sorgten sie jedoch für Schrecken.  APA/Saget
Mali-Schäferhunde werden gerne als Polizeihunde eingesetzt, in Klaus sorgten sie jedoch für Schrecken.  APA/Saget

Mehrere Personen auf beliebtem Radwanderweg von Fraxern nach Klaus angegriffen und verletzt.

Klaus Am 14. Oktober trafen Polizeibeamte der Inspektion Sulz, ausgerüstet mit Schutzschilden, bei einem Wohnhaus im Bereich Bruderhof in Klaus ein. Mit dabei Gert Wiesenegger, Vizebürgermeister von Klaus, und eine Vertreterin des Vorarlberger Tierschutzheimes.

Mehr als zehn Anzeigen

Bei der Aktion ging es um die „Beschlagnahme“ zweier belgischer Schäferhunde. Ihre Rasse: Mali, bevorzugt als Polizeihunde eingesetzt. Diese beiden Vierbeiner jedoch wurden als gefährlich eingestuft und ins Tierschutzheim gebracht. Der Klauser Bürgermeister Simon Morscher erklärte den VN, warum: „Seit dem 14. Juli dieses Jahres gingen mindestens zehn Anzeigen bei der Polizei wegen Attacken dieser beiden Hunde auf Passanten und Radfahrer ein.“ Innerhalb von wenigen Wochen hätten „Mac“ und „Sindi“, so die Namen, auf den die beiden Hunde hören, Leute auf dem stark frequentierten Weg attackiert. Die Folgen waren teilweise schwerwiegend: „Die Hunde umzingelten Radfahrer und Passanten und bissen sie in die Arme oder Waden. Mehrere Opfer wurden erheblich verletzt. Die Gemeinde war in Aufruhr“, schildert Morscher. Auch die VN brachten in Erfahrung, dass die gebissenen Personen ärztliche Behandlung benötigten und in den Krankenstand gehen mussten.Die Gemeinde reagierte. Bürgermeister Morscher erließ einen Bescheid an die betreffenden Hundehalter, ein Paar in Lebensgemeinschaft, mit folgendem Inhalt: Die Schäfer durften nicht mehr frei herumlaufen und hatten sich in einem eingezäunten Bereich aufzuhalten. Auch ein Leinenzwang wurde verfügt.

Allerdings nur mit bescheidenem Erfolg. Auch danach sind immer wieder Attacken auf Passanten gemeldet worden. Weitere Anzeigen erfolgten, Anwälte wurden eingeschaltet. Bis die Hunde ihren Besitzern Mitte Oktober abgenommen und von der Polizei ins Tierheim gebracht worden sind.

Dobermann in Aktion

Doch entgegen den Erwartungen war die Angelegenheit damit noch nicht entschärft und die Gefahr auf der Passage Bruderhof nicht vorbei. Denn kaum waren „Sindi“ und „Mac“ im Tierheim, sorgten zwei weitere Vierbeiner für Schrecken.

„Der Hundehalter hatte sich von einem Kollegen einen Dobermann besorgt“, sagte Morscher. Gemeinsam mit dem „Wurf“ der beiden inzwischen versorgten Hunde, einem kleinen Schäfer namens „Rohan“, griff der – inzwischen wieder zurückgegebene Dobermann – zwei Radfahrer an. Auch sie wurden bei der Attacke verletzt.

Hundehalte-Verbot

„Die Hundehalter zeigten sich uneinsichtig“, stellte Morscher fest und: „Wir arbeiten deshalb gegen die Besitzer einen Bescheid in Richtung Hunde-Halteverbot aus.“ Die Staatsanwaltschaft Feldkirch ihrerseits leitete bereits die strafrechtliche Verfolgung ein. Ein erster gerichtlicher Prozess gegen die Hundehalter ist noch im Dezember angesetzt.

„Wir arbeiten gegen die Besitzer einen Bescheid in Richtung Hunde-Halteverbot aus.“

Bereich Bruderhof in Klaus: An dieser Stelle wurden mehrere Personen von Hunden angegriffen und verletzt. vn/gs
Bereich Bruderhof in Klaus: An dieser Stelle wurden mehrere Personen von Hunden angegriffen und verletzt. vn/gs

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