Kirchenbesucher müssen sich jetzt warm anziehen

Vorarlberg / 02.12.2022 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren lautet das Motto: "Näher zusammenrücken". "Wir haben auch Decken ausgelegt", sagt Pfarrer Dominik Toplek. <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
In der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren lautet das Motto: "Näher zusammenrücken". "Wir haben auch Decken ausgelegt", sagt Pfarrer Dominik Toplek. VN/Paulitsch

Heizung runter, Decken raus: Auch die Pfarren in Vorarlberg haben sich das Thema Energiesparen an die Fahnen geheftet.

Feldkirch, Dornbirn Die Advent- und Weihnachtszeit wird in diesem Jahr in vielen Kirchen in Vorarlberg nicht ganz so heimelig werden wie sonst.

Die stark gestiegenen Energiekosten machen sich nämlich auch in den Gotteshäusern bemerkbar. Die Katholische Kirche Vorarlberg habe sich das Thema Energiesparen schon länger an die Fahnen geheftet, berichtet Jürgen Mathis vom Welthaus Vorarlberg. “Wir haben im vergangenen Jahr die Energiedaten aller kirchlichen Einrichtungen des Landes erhoben. Im März gab es den Beschluss, bis 2030 alle fossilen Heizungssysteme auszutauschen”, informiert der Referent für Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeitsfragen. Das betreffe rund 70 Öl- und 80 Gasheizungen. “Wir verfügen über ein Förderbudget von 300.000 Euro im Jahr, um diese Maßnahmen umzusetzen.”

Jürgen Mathis ist Referent für Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeitsfragen bei der Katholischen Kirche Vorarlberg.
Jürgen Mathis ist Referent für Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeitsfragen bei der Katholischen Kirche Vorarlberg.

Zudem wurde im November ein Brief mit Energiespartipps an alle 125 Pfarren im Land verschickt. Empfohlen wird unter anderem die Außenbeleuchtung zeitlich zu begrenzen, Bewegungsmelder in Räumen oder Außenbereichen anzubringen und Gottesdienste in der kalten Jahreszeit in einem kleineren sakralen Raum oder schon geheizten Raum zu feiern. Zudem wird geraten, die Temperatur um ein Grad zu reduzieren. “Das senkt die Energiekosten immerhin um etwa sechs Prozent”, rechnet Mathis vor. In Arbeit sei außerdem eine Broschüre, die an die Gottesdienstbesucher verteilt werden soll.

Ein Schild am Eingang der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren weist darauf hin, dass nur noch ein Teil der Kirchenbänke beheizt wird.
Ein Schild am Eingang der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren weist darauf hin, dass nur noch ein Teil der Kirchenbänke beheizt wird.

In der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren wird aktuell noch mit Strom geheizt. “Wir haben einige Einsparungsmaßnahmen für den Winter überlegt”, erzählt Pfarrer Dominik Toplek. Schon an der Eingangstüre weist ein Plakat auf eine der Energiesparmaßnahmen hin. “Wir heizen nur noch die Hälfte der Kirchenbänke. Es ist klar ausgeschrieben, welche Blöcke geheizt sind”, erzählt Toplek, der auch für die Pfarren Rohrbach und Oberdorf zuständig ist.

Die beheizten Bereiche in der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren sind gekennzeichnet.
Die beheizten Bereiche in der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren sind gekennzeichnet.

Zudem wurden Decken ausgelegt, in die sich die Gottesdienstbesucher bei Bedarf kuscheln können. “Da die Kirche nicht gut isoliert ist und Glasfenster hat, kann es schon etwas kühl werden. Meistens sind es etwa zwei Grad mehr als die Außentemperatur. Man muss sich schon warm anziehen, mit kurzen Ärmeln wird es schwierig”, erklärt Pfarrer Dominik Toplek. Zudem setze man bei der Beleuchtung wenn möglich auf LED. In der Pfarrkirche Rohrbach habe man beispielsweise die Außenbeleuchtung zeitlich begrenzt und auf 22 Uhr reduziert. “Zuvor war sie bis Mitternacht in Betrieb”, erklärt der Pfarrer.

Georg Künz erzählt, welche Energiesparmaßnahmen in Nüziders getroffen werden.
Georg Künz erzählt, welche Energiesparmaßnahmen in Nüziders getroffen werden.

Auch in der Parrkirche in Nüziders hat man die Beleuchtung, die früher die ganze Nacht in Betrieb war, auf maximal 22 Uhr begrenzt. “Durch die Reduzierung konnten wir rund 15 Prozent an Energiekosten einsparen”, informiert Georg Künz, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrkirchenrats der Pfarre Nüziders. Zudem schalte man die sogenannte Bankkomfortheizung nur ein, wenn die Außentemperaturen auf mindestens Minus fünf Grad sinkt, informiert Künz. “Früher hat man nicht darüber nachgedacht, da hat man die Heizung einfach eingeschaltet. Solche Späßchen haben wir abgestellt”, sagt Künz. Frieren müssen die Besucher laut Künz aber nicht. “Bei Konzerten oder größeren Veranstaltungen heizen wir im Voraus.”

Dieser Brief wurde an alle Pfarren versendet: Energiespartipps für die kirchlichen Einrichtungen

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