Kirchgänger sollten sich warm anziehen

Vorarlberg / 02.12.2022 • 21:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Schild am Eingang weist darauf hin, dass die Kirchenbankheizung nur noch in Teilbereichen eingeschaltet wird.
Ein Schild am Eingang weist darauf hin, dass die Kirchenbankheizung nur noch in Teilbereichen eingeschaltet wird.

Heizung runter, Decken raus: Auch die Pfarren haben sich das Thema Energiesparen an die Fahnen geheftet.

FELDKIRCH, DORNBIRN Die Advent- und Weihnachtszeit wird in diesem Jahr in vielen Kirchen in Vorarlberg nicht ganz so heimelig werden wie sonst. Die stark gestiegenen Energiekosten machen sich nämlich auch in den Gotteshäusern bemerkbar. Die Katholische Kirche Vorarlberg habe sich das Thema Energiesparen schon länger an die Fahnen geheftet, berichtet Jürgen Mathis vom Welthaus Vorarlberg. „Wir haben im vergangenen Jahr die Energiedaten aller kirchlichen Einrichtungen des Landes erhoben. Im März gab es den Beschluss, bis 2030 alle fossilen Heizungssysteme auszutauschen“, informiert der Referent für Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeitsfragen. Das betreffe rund 70 Öl- und 80 Gasheizungen. „Wir verfügen über ein Förderbudget von 300.000 Euro im Jahr, um diese Maßnahmen umzusetzen.“

Brief an alle Pfarren

Zudem wurde im November ein Brief mit Energiespartipps an alle 125 Pfarren im Land geschickt. Empfohlen wird unter anderem die Außenbeleuchtung zeitlich zu begrenzen, Bewegungsmelder in Räumen oder Außenbereichen anzubringen und Gottesdienste in der kalten Jahreszeit in einem kleineren sakralen Raum oder schon geheiztem Raum zu feiern. Zudem wird geraten, die Temperatur um ein Grad zu reduzieren. „Das senkt die Energiekosten immerhin um etwa sechs Prozent“, rechnet Mathis vor. In Arbeit sei außerdem eine Broschüre, die an die Gottesdienstbesucher verteilt werden soll.

In der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren wird aktuell noch mit Strom geheizt. „Wir haben einige Einsparungsmaßnahmen für den Winter überlegt“, erzählt Pfarrer Dominik Toplek. Schon an der Eingangstüre weist ein Plakat auf eine der Energiesparmaßnahmen hin. „Wir heizen nur noch die Hälfte der Kirchenbänke. Es ist klar angeschrieben, welche Blöcke geheizt sind“, erzählt Toplek, der auch für die Pfarren Rohrbach und Oberdorf zuständig ist. Zudem wurden Decken ausgelegt, in die sich die Gottesdienstbesucher bei Bedarf kuscheln können. „Da die Kirche nicht gut isoliert ist und Glasfenster hat, kann es schon etwas kühl werden. Meistens sind es etwa zwei Grad mehr als die Außentemperatur. Man muss sich schon warm anziehen, mit kurzen Ärmeln wird es schwierig“, erklärt Pfarrer Dominik Toplek. Zudem setze man bei der Beleuchtung wenn möglich auf LED. In der Pfarrkirche Rohrbach habe man beispielsweise die Außenbeleuchtung zeitlich begrenzt und auf 22 Uhr reduziert. „Zuvor war sie bis Mitternacht in Betrieb“, erklärt Toplek.

Beleuchtung reduziert

Auch in der Parrkirche in Nüziders hat man die Beleuchtung, die früher die ganze Nacht in Betrieb war, auf maximal 22 Uhr begrenzt. „Durch die Reduzierung konnten wir rund 15 Prozent an Energiekosten einsparen“, informiert Georg Künz, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrkirchenrates der Pfarre Nüziders. Zudem schalte man die sogenannte Bankkomfortheizung nur ein, wenn die Außentemperaturen auf mindestens minus fünf Grad sinken, informiert der Künz. „Früher hat man nicht darüber nachgedacht, da hat man die Heizung einfach eingeschalten. Solche Späßchen haben wir abgestellt.“ Frieren müssen die Besucher laut Künz aber nicht. „Bei Konzerten oder größeren Veranstaltungen heizen wir natürlich im Voraus.“  VN-TAS

„Bis 2030 sollen alle fossilen Heizungssysteme in den Pfarren ausgetauscht werden.“

In der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren lautet das Motto „Näher zusammenrücken“. „Wir haben auch Decken ausgelegt“, erzählt Pfarrer Dominik Toplek. VN/PAULITSCH
In der Pfarrkirche Dornbirn-Schoren lautet das Motto „Näher zusammenrücken“. „Wir haben auch Decken ausgelegt“, erzählt Pfarrer Dominik Toplek. VN/PAULITSCH
„Wir sparen Energie, wo immer es möglich ist“, sagt Georg Künz von der Pfarre in Nüziders.
„Wir sparen Energie, wo immer es möglich ist“, sagt Georg Künz von der Pfarre in Nüziders.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.