Streit um die gemeinsamen Kinder

Vorarlberg / 02.12.2022 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Eltern mussten nach einem langen Beziehungskonflikt schließlich vor Gericht erscheinen.eckert
Die Eltern mussten nach einem langen Beziehungskonflikt schließlich vor Gericht erscheinen.eckert

Elternteile drohten sich gegenseitig mit dem Tod, Bezirkshauptmannschaft schritt ein.

Feldkirch Gemeinsam haben die beiden Elternteile, er 35 Jahre alt, sie 32, zwei gemeinsame Kinder. Der 35-Jährige hat insgesamt fünf Kinder, sie drei. Der nun am Landesgericht Feldkirch verhandelte Beziehungsstreit der beiden drehte sich allerdings um die gemeinsamen Kinder. Die im Unterland wohnhaften Eltern streiten immer wieder. Im Sommer lebten sie getrennt, die Frau hatte einen neuen Freund.

Ein Umstand, dem der Mann schon lange bekannt war und der ihn erboste. In der Bregenzer Wohnung der Frau kam es zur Auseinandersetzung. Sie selbst besucht seit einiger Zeit eine Antigewalttherapie, weil sie weiß, dass sie im Stress ihre Emotionen nicht unter Kontrolle hat.

Mann geschlagen

Der Mann warf seiner Lebensgefährtin vor, von ihr beschimpft, gekratzt und geschlagen worden zu sein. Die Situation war aufgeheizt, eine Sozialbetreuerin schritt ein. Die Mutter der Kinder nahm den halbjährigen Sohn und ging nach draußen. Das hatte sie im Antiagressionstraining so gelernt. Wenn es Streit gibt, weggehen.

Draußen bei der Bushaltestelle unterhielt sie sich mit der Sozialarbeiterin. Zu ihr äußerte sie die Worte: „Wenn man mir wegen ihm meine Kinder wegnimmt, bringe ich ihn um.“

Umgekehrt äußerte der Kindesvater eine ähnliche Drohung: „Wenn man mir meine Kinder wegnimmt, bringe ich den neuen Freund meiner Freundin um.“

Die Sozialarbeiterin ist verpflichtet, solche Vorkommnisse der Bezirkshauptmannschaft zu melden. Die entsprechenden Sachbearbeiter veranlassten die Abnahme der zwei Kinder. Der sechsmonatige Sohn war ja vor Ort. Das kleine Mädchen wurde vom Kindergarten abgeholt.

Die Kinder wurden zunächst fremduntergebracht. Nun hat der Kindesvater organisiert, dass seine Schwester sich um die zwei Kleinen kümmert.

Letzte Chance

Die Staatsanwaltschaft schlug dem Paar vor, die Sache im Rahmen eines beschwichtigenden und klärenden Gespräches so weit zu regeln, dass man die Anklage wegen gefährlicher Drohung fallen lässt. Dem Paar wurden vom Verein Neustart insgesamt vier Termine vorgeschlagen, alle blieben ungenutzt. Als Erklärung kommt „zu viele andere Termine“ oder „musste nach der Arbeit schlafen“. Das Gericht appelliert nochmals an die Vernunft der beiden, die sich mittlerweile wieder versöhnt haben. „Wenn Sie eine Vorstrafe haben, wirkt sich das gar nicht gut auf die Sache mit den Kindern aus“, so Richterin Sabrina Tagwercher.

Die beiden entscheiden, die fünfte und letzte Chance anzunehmen. An Gerichtskosten bezahlen sie insgesamt 130 Euro. Damit sollte die Sache erledigt sein. EC

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