Bis zu zehn Tage im Notbetrieb

Vorarlberg / 04.12.2022 • 22:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Blackout-Szenario in Spitälern: Betrieb kann laut Land Vorarlberg „mit Einschränkungen aufrechterhalten werden“.KHBG/Mathis
Blackout-Szenario in Spitälern: Betrieb kann laut Land Vorarlberg „mit Einschränkungen aufrechterhalten werden“.KHBG/Mathis

Wie die Vorarlberger Spitäler für einen Blackout gerüstet sind.

BREGENZ Zwar hielt es der Stromnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) zuletzt für unwahrscheinlich, dass es in diesem Winter zu Strommangel oder zu einem Blackout kommt. Trotzdem macht eine solches Szenario Sorgen, gerade in sensiblen Einrichtungen wie Spitälern. Dort gibt es Vorkehrungen, wie aus einer Anfragebeantwortung an die SPÖ hervorgeht. Alle Vorarlberger Krankenhäuser verfügen demnach über eine Notstromversorgung. „Der Betrieb kann mit Einschränkungen aufrechterhalten werden“, teilen die Landesräte Daniel Zadra, Katharina Wiesflecker (beide Grüne) und Martina Rüscher (ÖVP) mit. Es ist aber unterschiedlich, wie lange. Bei den Pflegeheimen sind Private oder Gemeinden als Träger zuständig.

Sorge um Energieversorgung

Die Sozialdemokraten wollten von der Landesregierung wissen, wie lange die Spitäler und Pflegeheime des Landes einen Blackout, also einen großflächigen und längeren Stromausfall, überbrücken können. Die Sorge um eine sichere Energieversorgung betreffe nicht nur private Haushalte und Unternehmen, sondern auch die Daseinsfürsorge, schreibt die Landtagsabgeordnete Elke Zimmermann (SPÖ): „In diesem Bereich – etwa in Krankenhäusern – ist das Leben von Menschen buchstäblich von der gesicherten Versorgung abhängig.“

Die drei Regierungsmitglieder verweisen auf das 2021 mit der Firma Securplan gestartete Projekt „Blackout in Vorarlberg – Vorsorgen, Vorbereiten und Handeln.“ Die Arbeiten wären weit fortgeschritten. Im Zusammenhang mit einer geplanten Informationsbroschüre sei kürzlich mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft und dem Dornbirner Spital der Sachstand erhoben worden.

Wie es in der Anfragebeantwortung weiter heißt, ist in den drei Landeskrankenhäusern in Bregenz, Hohenems und Bludenz ein Notstrombetrieb für etwa zehn Tage möglich. Dafür sind entsprechende Dieselreserven eingelagert. In den Spitälern in Feldkirch und Rankweil wären es nur 24 Stunden. Aber: „Hier ist eine Umstellung der Ersatzheizanlage von Heizöl leicht auf Heizöl extraleicht im Gange. Dieser Energieträger kann im Bedarfsfall auch zum Betrieb der Notstromaggregate herangezogen werden und wird die mögliche Betriebszeit vervielfachen“, teilen die drei Politiker mit. Im Dornbirner Stadtspital wäre eine Betriebsdauer für 72 Stunden sicher, mit Einschränkungen im Leistungsspektrum.

Pflegeheime

Die Pflegeheime würden von privaten Unternehmen oder den Gemeinden als Träger betrieben, erläutern Zadra, Wiesflecker und Rüscher. Bei ihnen liege auch die Verantwortung. Das Land habe im Februar dieses Jahres die Notstromversorgung in den Pflegeheimen erhoben, um einen Überblick zu bekommen. Mehrere meldeten demnach zurück, dass sie über ein entsprechendes Aggregat verfügten oder ein solches anschaffen wollten.

Die Landesräte betonen: „Die Pflegeheime generell, jedenfalls diejenigen, die von den Gemeinden geführt werden, sollten auch von den Gemeinden in deren Notfallpläne mitaufgenommen werden.“ Einzelne Unternehmen hätten schon Konzepte entwickelt und setzten diese nun um. Das Land befinde sich jedenfalls mit dem Landesverband für Heim- und Pflegeleitungen in regelmäßigem Austausch. VN-RAM

„In diesem Bereich ist das Leben von Menschen buchstäblich von der gesicherten Versorgung abhängig.“

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