Zwillinge im Blaulicht-Fieber

Vorarlberg / 04.12.2022 • 19:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für ihr Hobby, das Rettungsschwimmen, trainiert Katharina Maier täglich.

Für ihr Hobby, das Rettungsschwimmen, trainiert Katharina Maier täglich.

Internationaler Tag des Ehrenamtes: Katharina und Nathalie Maier leben und lieben ihre Nebentätigkeit.

lustenau Bei Familie Maier sitzt keiner mehr am Esstisch, wenn der Piepser klingelt. Mama Cornelia und Papa Rainer sind ehrenamtlich bei der Rettung, so haben sie sich damals auch kennengelernt. Der Opa war bei der Wasserrettung, die Oma beim Kriseninterventionsteam und der Rettung. Die Zwillinge Katharina und Nathalie sind beide bei der Wasserrettung sowie der Feuerwehr Lustenau. Auch die jüngste Maier-Tochter, Felicitas, ist sowohl bei der Feuerwehr als auch bei der Wasserrettung. Alle ehrenamtlich, versteht sich. Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins sind ebenfalls im Blaulicht-Fieber und entweder bei der Polizei, der Feuerwehr oder der Rettung.

„Wie eine zweite Familie“

Die Maier-Zwillinge Katharina und Nathalie lieben und leben ihr Nebentätigkeit im Ehrenamt, seit sie zwölf Jahre alt waren. Während es Nathalie mittlerweile eher zur Feuerwehr Lustenau gezogen hat, ist Katharina eher die Rettungsschwimmerin. „Wir leben für unsere Vereine. Unsere Kollegen bei der Wasserrettung bzw. bei der Feuerwehr sind wie eine zweite Familie“, erzählen die 22-Jährigen. Für Katharina ist das aktuell leider etwas schwierig: „Ich mach, was ich kann. Allerdings ist das neben meinen zwei Bachelor-Studien in Wien ein etwas schwierigeres Unterfangen. Ich würde gern mehr machen, das geht momentan aber leider nicht.“

Nathalie hingegen ist so gut wie jeden Tag im Feuerwehrhaus in Lustenau anzutreffen. Nach der Arbeit trifft man sie dort. „Im Feuerwehrhaus ist immer was los. Entweder helfe ich dann meinen Kollegen beim Reinigen der Schläuche oder man sitzt einfach nur gemütlich zusammen und quatscht“, hält Nathalie fest.

Auch Nachbesprechungen im jeweiligen Team sind den Zwillingen wichtig. „Dadurch bekommt man einen Einblick auf das ganze Geschehen des Einsatzes. Man weiß dann, was wirklich passiert ist. Ohne Nachbesprechung weiß man nur, was man selbst gemacht hat“, erklärt Katharina. Nicht nur um das Geschehen zu verarbeiten, sondern auch um weiter dazuzulernen, seien die Besprechungen wichtig. „Man kann immer etwas noch besser machen. Es ist ein Lerneffekt für alle Rettungsschwimmer oder Feuerwehrleute“, geben die Zwillinge zu verstehen.

Ehrenamt hat in Vorarlberg einen großen Stellenwert. „Im Ländle gibt es zum Glück viele Menschen, die gern ehrenamtlich tätig sind.“ Das sieht man auch an den Uniformen der jeweiligen Körperschaft des öffentlichen Rechts. „In Wien bei der Berufsfeuerwehr hat nur der Kommandant die Uniform, die bei uns Standard ist. Das zeigt, wie viel finanzielle Mittel uns zur Verfügung stehen. Dank ehrenamtlichen Helfern kann eine bessere Ausrüstung anstelle von Löhnen finanziert werden“, halten die beiden Maier-Töchter fest. VN-SAH

An Feuerwehr-Wettkämpfen nehmen Nathalie und ihr Team regelmäßig teil.
An Feuerwehr-Wettkämpfen nehmen Nathalie und ihr Team regelmäßig teil.
Nathalie und ihre Kameraden machen sich bereit für den Wettkampf.

Nathalie und ihre Kameraden machen sich bereit für den Wettkampf.

Mehrere Bundesmeistertitel konnte Katharina schon mit nach Hause bringen.
Mehrere Bundesmeistertitel konnte Katharina schon mit nach Hause bringen.

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