Kleine Bilder mit großen Anliegen

Vorarlberg / 05.12.2022 • 16:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ausgestreckte Hände sind auch ein Symbol für Dankbarkeit.EH
Ausgestreckte Hände sind auch ein Symbol für Dankbarkeit.EH

Der Advent inspiriert Gerhard Winkler zur Malerei mit religiösem Hintergrund.

Dornbirn Die Adventzeit ist angebrochen, kalte Wintertage und die frühe Dunkelheit lassen einen gerne zu Hause in Gemütlichkeit verweilen. Gerade diese Zeit inspiriert Prof. Gerhard Winkler, wie er sagt, zur Malerei mit religiösem Hintergrund.

In seinem Atelier im oberen Stockwerk seines Hauses in Haselstauden ist abends oft länger Licht. Seine Gedanken über die vorherrschende turbulente Zeit bringt er mit Pinsel und Farbe auf Votivtafeln zum Ausdruck. Die kleinformatigen Bilder werden auf Holz, Leinwand, Blech oder hinter Glas gemalt. Sie finden vorwiegend Platz in Kirchen und Klöstern.

Volksfrömmigkeit

Bekannt dafür ist das Kloster in Altötting in Oberbayern, wo im Rundgang der Gnadenkapelle unzählige Votivtafeln zu sehen sind. Die älteste noch erhaltene Votivtafel stammt aus dem Jahr 1501. Die kleinen Gemälde bringen Bitten zum Ausdruck, Gelübde, aber auch Dank für erhaltenen Beistand. „Die Votivbilder drücken eine Art von Volksfrömmigkeit aus“, weiß der Dornbirner Künstler, obgleich eine Verdünnung des christlichen Glaubens deutlich merkbar sei.

Ausdrucksstarke Farben

Der ausgebrochene Krieg und die Flüchtlinge aus der Ukraine erinnern Winkler an seine Kindheit, die er in Wien verbrachte und wie oft er als kleiner Bub mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder vor Bombenangriffen in den Luftschutzkeller flüchtete. „Diese traumatischen Kindheitserlebnisse holen dich wieder ein, du hast das Dröhnen noch in den Ohren“, erzählt er aus jener Zeit. Dann sei es für ihn befreiend zu malen. Er male die Inhalte bewusst in sehr kräftigen Farben, ausdrucksstark, und verbinde sie mit Fürsprache für Erlebtes und Zukünftiges. Ausgestreckte Hände als Dank für Empfangenes. EH

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