Echt ist nur der mit dem Stern

Vorarlberg / 06.12.2022 • 18:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arthur Heel kümmert sich in zwei Plantagen um rund 2500 Bäume.. Pro Saison werden 300 Stück verkauft.VN/Paulitsch
Arthur Heel kümmert sich in zwei Plantagen um rund 2500 Bäume.. Pro Saison werden
300 Stück verkauft.VN/Paulitsch

Die Christbaumsaison ist eröffnet. Worauf beim Kauf geachtet werden sollte.

Weiler In Vorarlberg gehen pro Jahr rund 80.000 Christbäume über den Verkaufstisch. Rund 28 Prozent davon stammen laut einer Schätzung der Landwirtschaftskammer aus Vorarlberg. Der große Rest wird aus Ungarn (42 Prozent), Dänemark (15 Prozent), Deutschland (acht Prozent) und Restösterreich (sieben Prozent) importiert. „Muss ein Christbaum wirklich so weit transportiert werden“, fragt sich Thomas Ölz vom Bereich Forst in der Landwirtschaftskammer Vorarlberg. Wer einen regionalen Baum kaufe, der leiste zum einen einen Beitrag für den Klimaschutz, zum anderen ziehe er daraus auch persönliche Vorteile. „Die Bäume müssen nicht Ende Oktober oder Anfang November geschnitten werden, sondern sie werden jetzt geschnitten“, sagt Ölz. Dadurch seien sie frisch und lange haltbar.

34 Produzenten

Die garantiert echten Vorarlberger Christbäume gibt es bei 34 Produzenten im Land. Erkennungszeichen ist der Ländle-Gütesiegel-Stern. „Hier gekauft bedeutet nicht, dass der Baum auch von hier ist. Das ist ein wichtiger Unterschied“, unterstreicht Ländle-Marketing-Geschäftsführer Marcel Strauß. Die Agrargemeinschaft Weiler mit Obmann Friedrich Morscher verkauft jährlich vor Weihnachten rund 300 Fichten, Weißtannen und Nordmanntannen, die in Vorarlberg gesetzt, gewachsen und geerntet wurden. Die beiden Plantagen befinden sich in der Nähe des Forsthauses Hanenberg. Die Setzlinge stammen vom Landesforstgarten Rankweil und werden in der Regel von den Volksschulkindern gepflanzt. „Wir haben die Christbäume früher aus dem Wald herausgenommen, nicht aus der Plantage, sind dann aber darauf gekommen, dass diese Bäume ziemlich einseitig sind und nicht so schön, wie es der Kunde will“, erzählt Betriebsleiter-Stellvertreter Arthur Heel. Ein weiterer Vorteil eines Vorarlberger Christbaums: Aufgrund der kurzen Transportwege ist keine Kostenexplosion zu erwarten. Einzelne Produzenten hätten sogar gesagt, dass sie die Preise aufgrund der derzeitigen Lage ganz bewusst nicht erhöhen wollen, informiert Thomas Ölz.

Die Richtlinien des Gütesiegels regeln außerdem, welche Pflanzenschutzmittel erlaubt sind. Auch Dünger kommt kaum zum Einsatz. Arthur Heel ergänzt: „Wir arbeiten absolut chemiefrei. Es gibt keine Düngung und keine Spritzung.“ Die zwei Dürreperioden in diesem Jahr hätten die Bäume ausgezeichnet überstanden. Durch die Trockenheit gäbe es generell etwas mehr Insekten. „Die Fichtengallenlaus ist ein bisschen herum. Die rund ein Zentimeter großen und ananasförmigen Zäpfchen an den Zweigen gefallen manchen Leuten aber auch ganz gut. Die möchten unbedingt so einen Baum“, berichtet Heel und lacht. 

Nordmann vor Fichte

Der liebste Christbaum der Vorarlberger ist nach wie vor die Nordmanntanne. Sie ist schön buschig und hält die Nadeln gut. Aus Tradition greifen auch viele auf die heimische Fichte, den Christbaumklassiker, zurück. „Es ist natürlich auch eine Kostenfrage. Fichten sind viel günstiger als Nordmanntannen“, hält der Agrar-Betriebsleiter-Stellvertreter fest. vn-ger

„Die Frage ist, ob ein Christbaum wirklich so weit transportiert werden muss.“

34 Betriebe bieten den original Ländle-Christbaum an.

80.000 Christbäume werden pro Saison in Vorarlberg verkauft. Nur knapp 23.000 Bäume, also etwa 28 Prozent, werden auch in Vorarlberg angebaut.

42 Prozent der Christbäume, die in Vorarlberg verkauft werden, stammen aus Ungarn. Größere Mengen werden außerdem aus Dänemark (15 Prozent), Deutschland (acht Prozent) und Restösterreich (sieben Prozent) importiert.

7 Jahre wächst ein Christbaum, bis er schlagreif ist.

2500 Bäume wachsen in den beiden Plantagen der Agrargemeinschaft Weiler.

23 und 29 Euro pro Meter kostete eine Nordmanntanne aus regionalem Anbau. Die heimische Fichte liegt bei 15 bis 20 Euro, die Blaufichte bei 19 bis 21 Euro.

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