„Reden über Geld ist in unserer Gesellschaft ein Tabu“

Vorarlberg / 07.12.2022 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Anstieg Die ifs-Schuldenberatung verzeichnet einen Anstieg von 13 Prozent.

Anstieg Die ifs-Schuldenberatung verzeichnet einen Anstieg von 13 Prozent.

Ifs Schuldenberatung verzeichnet Anstieg von 13 Prozent.

Schwarzach Als Leiterin der ifs Schuldenberatung in Bregenz weiß Simone Strehle-Hechenberger welche Auswirkungen Pandemie, Ukrainekrieg und Inflation auf die finanzielle Situation der Menschen in Vorarlberg haben. Hinzu kommen verlockende Weihnachtsangebote und so manch eine Jahresrechnung, die üblicherweise im Jänner zugestellt wird. Auf was es zu achten gilt, wann sogar Existenzen bedroht sind und was der Vorarlberger Finanzführerschein damit zu tun hat, erklärte die Expertin am Mittwoch bei Vorarlberg LIVE.

Perspektiven geben

Derzeit benötigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schuldenberatung viel Zuversicht. „Wir versuchen unseren Klientinnen und Klienten Perspektiven zu geben und ihnen Hoffnung zu machen, dass sie aus der Schuldenfalle kommen können“, betont Strehle-Hechenberger. Derzeit verzeichnet die ifs Schuldenberatung einen Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Arbeitslosigkeit und Einkommensverlust stehen dabei auf der Liste der Gründe ganz oben. Themen, die sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation verschärfen. „Insgesamt haben Menschen Schwierigkeiten, die Miete oder die Alimente zu zahlen.“ Jeder fünfte Österreicher könne mit dem Einkommen nicht mehr auskommen, zeigen aktuelle Erhebungen.

Gerät man in die Schuldenfalle, sei es wichtig, sich einen Überblick über die finanzielle Situation zu verschaffen, unterstreicht Strehle-Hechenberger. Dabei könne man sich Fragen stellen, wie zum Beispiel: Welche Einnahmen stehen welchen Ausgaben gegenüber? Kann man bei Fixkosten sparen? Kann das Einkommen erhöht werden?

Generell sei es wichtig, Finanzbildung bereits bei jungen Menschen zu etablieren, sodass jeder versteht, was die Risiken, aber auch die Chancen des Kapitalmarktes sind. Ein gutes Instrument sei dabei der Finanzführerschein, den es in Vorarlberg seit 2006 gibt. „Mit der Sensibilisierung und dem Umgang mit Geld kann man nicht früh genug anfangen. Allerdings ist das Reden über Geld in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabu.“ 

Mit der Sensibilisierung und dem Umgang mit Geld kann nicht früh genug angefangen werden. 

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