100 Prozent für Betroffene

Vorarlberg / 09.12.2022 • 21:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Ma hilft“-Patin Marlies Müller (l.) und VN-Redakteurin Marlies Mohr überbrachten den Scheck an den Präsidenten der Krebshilfe, Bernd Hartmann.VN/Paulitsch
„Ma hilft“-Patin Marlies Müller (l.) und VN-Redakteurin Marlies Mohr überbrachten den Scheck an den Präsidenten der Krebshilfe, Bernd Hartmann.VN/Paulitsch

„Ma hilft“ unterstützt Soforthilfefonds der Krebshilfe mit namhaftem Betrag.

Dornbirn Krebs: eine erschütternde Diagnose, die alljährlich für rund 1800 Menschen in Vorarlberg bittere Realität wird. Zur Angst um das eigene Leben kommen oft noch existenzielle Sorgen. Um diese abzufedern, hat die Krebshilfe einen Soforthilfefonds eingerichtet, aus dem Patienten bzw. Familien finanziell unterstützt werden. „Vorarlberg hat ein gutes Sozialsystem, aber alles an Behandlungen und Therapien wird nicht abgedeckt“, weiß Bernd Hartmann, seit November 2020 Präsident der Krebshilfe. Mittlerweile wurde bei der Festlegung der Zuschüsse auch die Teuerung ein Faktor. Umso dankbarer ist Hartmann über die Zuwendungen durch „Ma hilft“. Heuer gehen 100.000 Euro an den Soforthilfefonds. „Das ermöglicht es uns, breiter tätig zu werden“, sagt der Onkologe und fügt noch an: „100 Prozent des Ma hilft-Betrags gehen an Betroffene.“

Genaue Prüfung

Jedes Ansuchen wird genau gecheckt. „Wir prüfen Notwendigkeit und Bedürftigkeit“, erklärt Bernd Hartmann. Auf Basis der von den Patienten beigebrachten Unterlagen wird die Höhe des Geldbetrags festgesetzt. Meist geht es um eine Überbrückung, bis der Alltag der Betroffenen wieder ins Laufen kommt. Im vergangenen Jahr wurden 80 Anträge auf finanzielle Soforthilfe gestellt. Davon kamen 29 von Männern und 51 von Frauen. Mitbetroffen waren auch 54 Kinder. Insgesamt zahlte die Krebshilfe 29.239,85 Euro aus. Heuer gab es bislang 81 Ansuchen mit einem Volumen von 31.680 Euro, eingebracht von 53 Frauen und 28 Männern. Die Zahl der mitbetroffenen Kinder gibt die Krebshilfe mit 71 an. Einige Anträge sind noch in Bearbeitung. Sie dürften die Auszahlungssumme in diesem Jahr um knapp 10.000 Euro erhöhen. „Es war notwendig, die Richtsätze aufgrund der Teuerung anzuheben“, begründet Bernd Hartmann. Betroffene können mehrmals um eine Soforthilfe ansuchen. Dann wird die Situation jeweils neu bewertet. Finanzielle Nöte entstehen häufig dadurch, dass Krebspatienten oft sehr lange arbeitsunfähig sind, die Verpflichtungen jedoch bleiben.

Verbindung intensivieren

Die Krebshilfe Vorarlberg ist ein wichtiger Partner in der Nachsorge. Jedes Jahr führen drei Psychotherapeutinnen und ein Psychotherapeut 2800 bis 3000 Beratungen durch. „Die psychoonkologische Betreuung ist für Krebspatienten ungemein wichtig“, sagt Hartmann. Deshalb ist er froh, dass im LKH Feldkirch, seinem Arbeitsort, wieder eine Psychoonkologin zur Verfügung steht, die oft den ersten Kontakt zur Krebshilfe legt. Diese Verbindung möchte er intensivieren. Die Begleitung durch die Krebshilfe ist für Patienten und Angehörige, Kinder inklusive, kostenfrei. Die Krebshilfe Vorarlberg verfügt über ein Jahresbudget von rund 550.000 Euro. 60 Prozent entfallen auf Spenden, den Rest finanziert das Land. „Jeder Euro wird gut eingeteilt“, bekräftigt Bernd Hartmann. VN-MM

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.