Eine Kuh auf dem Dachboden

Vorarlberg / 09.12.2022 • 22:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vollbracht: Die Feuerwehr brachte die Kuh wieder auf sicheren Boden.
Vollbracht: Die Feuerwehr brachte die Kuh wieder auf sicheren Boden.

Zu welch ku(h)rioser Großtierrettung die Feuerwehr nach Hohenweiler gerufen wurde.

Hohenweiler Armin Rottmaier, Kommandant der Feuerwehr Hohenweiler, schmunzelt: „Normalerweise retten wir Kühe aus Gräben oder Jauchegruben. Diesmal aber war es eine Höhenrettung“, erinnert er sich an eine kuriose Bergungsaktion, die ihresgleichen sucht.

Es geschah diese Woche, als auf der Landwirtschaft von Christoph Kempter das Rind „Emma“ aus dem Stall ausbüxte. Beim Gitter war ein Sicherungsbolzen gebrochen, die Kuhmutter von drei Kälbern hatte freien Auslauf.

Doch sie wählte nicht etwa eine Wiese für ihre Wanderung. Nein, ihr Weg führte ins Stallgebäude. Offenbar wollte „Emma“ Höhenluft schnuppern. Denn irgendwie schaffte die Kuh es, über zwanzig Stufen einer Metallstiege den oberen Stock direkt unter dem Dachgiebel zu erklimmen. Dort gab es für das Rind dann allerdings kein Vorwärts mehr, geschweige denn ein Zurück.

Gefährliche Situation

Landwirt Kempter und seine Angehörigen staunten nicht schlecht, als sie das Dilemma bemerkten. „Die Kuh irgendwie wieder vom Dachboden zu holen, ist uns nicht gelungen“, schildert er den VN. „Außerdem war die Situation äußerst gefährlich. Man stelle sich vor, ein Rindvieh von dieser Größe trampelt einem von der Stiege herunter entgegen …“

Also kam die Feuerwehr zum Zug. Kempter rief Kommandant Rottmaier an. Schlussendlich wurde aber auch die Bregenzer Feuerwehr alarmiert. „Dies deshalb, weil die Bregenzer über ein entsprechendes Tragegeschirr für solche Bergungsaktionen verfügen“, sagt der Landwirt.

Heukran im Einsatz

Und schon ging es zur Sache. Die verzwickte Angelegenheit konnte allerdings nur von innen und nicht von außen erledigt werden. „Der Kuh wurde also zunächst das Geschirr angelegt. Dann ist das Rind mit Hilfe eines Heukrans wieder nach unten gehievt worden“, schilderte Kempter die außergewöhnliche und nicht ganz ungefährliche Aktion.

Doch niemand von den Einsatzkräften wurde in Mitleidenschaft gezogen. Auch Kuh „Emma“ überstand dieses Husarenstück der Feuerwehr ohne Blessuren. „Emma war eine ganz brave Kuh und fühlt sich wieder sehr wohl“, freut sich Kempter.

Dem Rind wurde ein Tragegeschirr der Feuerwehr Bregenz angelegt. Kempter
Dem Rind wurde ein Tragegeschirr der Feuerwehr Bregenz angelegt. Kempter
Christoph Kempter und sein Junior Kilian staunten nicht schlecht über die abtrünnige Kuh.
Christoph Kempter und sein Junior Kilian staunten nicht schlecht über die abtrünnige Kuh.

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